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 Ein Land das sich Kolumbien nennt! Erkundungsreise
Ein „Wagnis...“, „Übermut...“, „lebensmüde...“, waren die Antworten von Bekannten und Freunden als wir ihnen von unserem Vorhaben berichteten.
Ein ehemaliger GTZ-Mitarbeiter, der 5 Jahre in Kolumbien aktiv an Entwicklungshilfeprojekten mitgearbeitet hat, machte uns auf dieses Land aufmerksam.
Im Vorfeld wurde viel über Kolumbien gelesen, Literatur, Geschichte, Kunst. Auch über die dunkle Seite der immer noch anhaltenden Machtkämpfe der Regierung mit den Paramilitärs und der Guerrilla im eigenem Land. Nach einem halben Jahr Vorbereitung machten wir uns, eine Gruppe von 15 Leuten, auf den Weg nach Kolumbien. Mit Iberia ging es über Madrid nach Bogotá. Mit Wartezeiten waren wir 17 Stunden unterwegs. Der Service bei Iberia lässt zu wünschen übrig. Bis Madrid gab es nichts. Während des Fluges nach Bogotá Mittagessen und später ein kleines Vesper. Getränke wurden zwischendurch nicht angeboten, die musste man sich in der Kombüse erbetteln. Das Bordpersonal war sehr mürrisch.
Bogotá
Wir sind in Bogotá eine halbe Stunde früher angekommen, gut gelandet und das zählt. Da unsere Reise selbst organisiert war, ging gleich nach Ankunft das Telefonieren los, da der Bus noch nicht da war. Zwei Mitarbeiterinnen der Caritas holten uns ab und begleiteten uns zu unserer Unterkunft, die am Hang über der Stadt lag. Obwohl Bogotá schöne breite Strassen hat, benötigen wir für die 20 km eine halbe Stunde. Endlich angekommen, mussten wir unser Gepäck ein paar Treppen hoch tragen,
da waren wir alle ausser Atem. Bei guten 2600 m über NN ist die Luft doch ganz schön dünn. Wir richteten uns im „Casa de Ejercicios Pedro Legaria“ ein. Im Inneren ist es ein offenes Haus, denn die Türen werden nicht abgeschlossen. Im Äusseren ein verschlossenes Haus mit Mauern verschlossenes Hoftor und Gitter an der Ausgangstüre und Fenstern in den unteren Etagen. Es gibt im Haus keine Heizung und bei den damals herrschenden 18°C Aussentemperatur am Mittag wurde es zur Nacht unangenehm kühl. Eine zweite Wolldecke schaffte dann Abhilfe und der Schlaf war gerettet. Am zweiten Tag stand dann auch Besuchs- und Besichtigungsprogramm an. Mit dem Bus fuhren wir in den Süden von Bogota, nach Ciudad Bolivar. Dort wurde uns die Kinder- und Jugendförderung der Stiftung FICONPAZ vorgestellt. Ein Projekt in Zusammenarbeit mit den Schulen zur Bewältigung
 von Konflikten, die im Zusammenleben auf engsten Raum zwangsläufig entstehen. Paare mit acht Kindern sind keine Besonderheit. Viele arme Familien leben auf engsten Raum zusammen, eine Privatsphäre gibt es nicht. Die Einrichtung Finconpaz steht allen offen, die Unterstützung brauchen. „Sembradores de paz“, in Zusammenarbeit mit der GTZ entstanden, arbeiten in Gebieten, die durch Gewalt und Drogen problematisch sind. Anschliessend unternahmen wir einen Rundgang in ihrem Einsatzgebiet in Soacha. Die Häuser sind sehr dicht den Hang hinauf gebaut. Es gibt Strom und Wasser, aber die Straßen sind hier nicht befestigt, da das Viertel außerhalb des Stadtgebietes liegt.
Zu Mittag kehrten wir in ein Kinderrestaurant im Stadtteil La Florida ein. Hier erhalten täglich ca. 300 Kinder eine warme Mahlzeit.
 Das von der Caritas eingerichtete Restaurant ist ganz auf Spenden in Form von Geld und Lebensmitteln angewiesen. Die ehrenamtlich arbeitenden Frauen bereiten Mahlzeiten mit viel Freude und Engagement zu. Nach dem Mittagessen fuhren wir mit Schwester Norma nach „Altos de la Florida“ einem Hügel im Süden wo sich die Vertriebenen aus den verschiedensten Gegenden Kolumbiens ansiedeln.Die Vertriebenen haben Selbsthilfegruppen gebildet, da vom Staat kaum Unterstützung zu erwarten ist. Die Orgarnisatorinnen begrüßten uns herzlich und führten uns durch ihr Wohngebiet. Stolz erzählten sie uns, dass sie die Straße selbst gebaut haben. Die Schaffenskraft, der Stolz und die Herzlichkeit, die diese Frauen ausstrahlten, war beeindruckend.
Sie luden uns in ihre armseligen Hütten ein und zeigten uns ihren Besitz.In manchem Haus befanden sich auch Hähne, die zum Hahnenkampf eingesetzt werden und so ein paar Pesos einbringen. Im Gemeinschaftshaus, ähnlich eine grossen Garage mit zusammengetragenen Sitzgelegenheiten, wurden wir mit Früchten und Saft bewirtet.
Mit vielen Eindrücken, die uns froh und auch nachdenklich stimmten fuhren wir zur Unterkunft zurück.Am folgenden Tag fuhren wir mit dem Taxi zum GTZ-Büro. Da wurden wir von Frau Kaiser empfangen, die 30 Jahre in Bogota lebt. Dr. Martin Ludwig, Rechtsanwalt von Beruf, und jetzt Programmdirektor der GTZ, berichtete uns über die Arbeit in Kolumbien.
Politische Kontakte knüpfen
 Effektivität der Gerichtsbarkeit herstellen. Das Vertrauen der Bevölkerung zur Justiz wieder herstellen. CERKAPAZ ist eine Friedensinitiative durch Förderung der Zusammenarbeit von Staat und
Zivilgesellschaft.
Vorallem Stärkung des Rechtstaates. Die GTZ hat bei der Verbesserung der Abläufe und der Modernisierung der Personalarbeit
(Auswahl, Bewertung und Förderung der Mitarbeiter) in den Institutionen des obersten
Verwaltungsgerichts und den beiden Kontrollorganen beraten.
Ein Grundbedürfniss war es den Verfahrensstau abzubauen, da viele Verfahren erst in 14-20 Jahren verhandelt wurden. Das Ziel der Verfahrensbeschleunigung konnte zum Teil erreicht werden, aber es gibt noch viel zu tun. Nebenbei war die GTZ beratend tätig beim Aufbau von 5 Berufsakademien nach deutschem Muster.Am Nachmittag besuchten wir das Einkaufscenter St. Barbara. Groß, nach europäischem Maßstab. Nur ein Problem tauche auf, als wir Briefmarken für Post nach Europa haben wollten, hatte die Post keine, sondern nur für die USA. So mussten unsere mühsam ergatterten Ansichtskarten auf die Versendung warten. Am Abend hatten wir Christof Wunsch zu Gast, der seit 5 Jahren als Friedensfachkraft in Kolumbien arbeitet. Die Organisation nennt sich PODEON und ist an 130 Projekten in Kolumbien tätig. Aufgabe ist, im Auftrag von Institutionen, Kleinbauern und Vertriebene in Menschenrechte, Konfliktbearbeitung zu bilden und psychosoziale Beratung von Gewaltopfernd durchzuführen.
Dieser Tag war Ausflugstag. Wir haben uns langsam an die Höhe gewöhnt, aber nicht an die Kälte. Überall so 16-18°C und das Haus hat keine Heizung. Das Frühstück ist kräftig und der Himmel ist blau. Wir machen vor der Abfahrt mit vielen Worten unser Gruppenfoto, dann geht es mit dem Bus endlich los.
Chia
Ein weites Tal, bucklig grüne Wiesen zottliche Eukalyptusbäume beiderseits der Straße. Dann für uns überraschend ein Zwischenstopp bei den Schwestern in Maria de Refugio in Chia. Eine herzliche Begrüßung und Freundlichkeit strömt uns beim Kaffee entgegen, die ansteckend ist. Bei (Tinto) und Kuchen stellen sich die Caritasmitarbeiter vor. Danach hörten wir begeistert vorgetragene Canciones. Wir revanchieren uns mit “Horch was kommt von draußen rein“. Da wurde überschwenglich geklatscht.
Zipaquirà
Bienvenido in Zipaquira, in der Salzhauptstadt.
Die Besichtigung der Salzkathedrale stand an. Diese entstand durch den Salzabbau im größten Salzberg Kolumbiens. Schon ca. 200 v.Chr wurde das Salz durch den Indianerstamm der Muisca entdeckt. Salz war wertvoll und wurde bald ein wichtiges Zahlungsmittel. Im 19. Jahrhundert errichteten Mienenarbeiter in einem Stollen eine Kapelle, die 1950 zur Salzkathedrale ausgebaut wurde, ein 20 m hoher Raum ca. 100 m lang. Doch die Abstützungen aus Holzstämmen wurden durch die Feuchtigkeit morsch, so das die Kathedrale ab 1992 geschlossen wurde. Nach 4 Jahren Bauzeit entstand der heutige Neubau. Durch einen minenähnlichen Eingang gelangen wir in einen mit Eisen und Holz ausgebauten, spärlich erleuchteten Stollen. Das Auge hat Mühe sich an die Dunkelheit zu gewöhnen, zwischendurch schimmern weiße Salzausblühungen und das sogenannte Katzengold. Der Boden ist wellig. Da und dort tauchen Seitenstollen auf oder eine Nische mit einer Kreuzwegstation. Wir sind gespannt auf die Kathedrale. Und dann stehen wir auf der hinteren Empore und vor uns öffnet sich der Kirchenraum mit einem riesig beleuchtetem Kreuz das 16 m hoch ist. Der Querbalken hat eine Breite von 10 m. Durch verwinkelte Gänge und Stufen gelangen wir in die große Halle. Die grob behauenen Wände glitzern, die aus dem Salzstock gearbeiteten Säulen zeigen die Salz- und Kohlebänder. Altarstein und Taufbecken sind aus reinem durchschimmerndem Salz. Einen Gottesdienst hier mitzuerleben ist bestimmt etwas großartiges. Wir begnügen uns mit einer Akustikprobe und singen das Halleluja. “Tipico“ ist unser Mittagessen in einer ehemaligen Salzsiederei: Eine Kartoffelsuppe (Ajiaco), sehr gehaltvoll, Steaks und Kartoffeln in Salzkruste und zum Nachtisch Frischkäse mit Sirup.
Tabio Auf der Rückfahrt nach Bogota machen wir noch eine Pause in dem pitoresken Kolonialstädtchen Tabio. Um den quadratischen, mit Blütenbäumen umgebenen Marktplatz liegen viele kleine Kunstgeschäfte und die Kirche.

Am Stadtrand von Bogotá ist jetzt Rushhour und wir mitten im Geschehen. Unser Fahrer entwickelt sich zu Montoya und nimmt auch jede Gelegenheit zum Überholen war. Er schafft es, uns in die Calle 119 zu bringen und wir dürfen wieder in die kühlen Räume einziehen.Ein anderer Tag, wir wechseln den Ort. Abflug Bogotá, da das Flugzeug nicht sehr hoch flog, hatte man einen guten Blick auf die Landschaft, die sehr bergig und abwechslungsreich ist. Nur Vulkane, die es hier auch gibt, bekamen wir nicht zu Gesicht. Mit einem 30 Minutenflug waren wir in Medellin.
Medellin
Der Flughafen von Medellin liegt auf 2500 m Höhe, während Medellin im Tal nur 1500 m hoch liegt. Taxi und Kleinbus standen bereit uns
abzuholen. Das Gepäck und wir passten nicht so richtig in die Fahrzeuge. Kurzerhand wurden die Koffer auf dem Dachträger gehievt und mit Stricken festgebunden, das restliche Gepäck und wir wurden im Bus verstaut. 3 Leute nahmen das Taxi und fuhren voraus. Es ging den steilen Pass zur Stadt hinunter. Wir hatten eine gute Sicht auf die im Tal liegende Stadt. Eine Prozession von Bussen und Taxen, schön geschmückt, kam uns entgegen, denn sie hatten heute ihre Schutzpatronin zu feiern. Durch die Enge im Bus und die ansteigende Wärme – auch Draußen – waren wir froh, nach etwas Suchen, im Hotel Los Almendos anzukommen. Nach Einrichten im Zimmer, machten wir uns zur ersten Stadterkundung auf. Calle 70 rauf und zum großen Einkaufscenter. Geschäfte, Fastfood, Konditorei, Kinos, Vergnügungspark für die Kleinen, auf drei Stockwerke verteilt. Danach zurück zum Hotel um auszuruhen, denn es war sehr warm. Unser Zimmer hat 2 Fenster zum Licht- und Luftschacht, der durch alle Etagen führt und an der Rezeption endet. Alles was an der Rezeption passierte hörten wir mit. Da Kolumbianer viel Temperament haben, war es da unten nie ruhig und an schlafen war nicht zu denken. Am Abend gingen wir in ein Restaurant in dem es ein typisch kolumbianiches Essen gab. Es gibt Mondongo, eine Suppe mit Kartoffeln, Kutteln und Fleisch und einer Maisscheibe. Dazu Maisbrötchen, Avocados, Bananen und Reis. Ein Verdauungsspaziergang auf der Calle 70 schloss sich an. In allen Kneipen Fernseher, Discos mit Großbildschirmen und Videoclips. Am Straßenrand werden dünne Rindfleischscheiben gegrillt und Straßenhändler bieten Krimskrams an.Mit einer gelichteten Gruppe nehmen wir noch einen Absacker in einer Pizzaria in einer Seitenstraße ein. Dann zum Hotel und schlafen. In der Nacht schlägt starker Regen auf das Blechdach, das scheppert. Dann endlich eingeschlafen. Ab 6.00 Uhr flogen die Flugzeuge vom nahen Stadtflughafen im Tiefflug über das Hotel. Und weiter geht es mit einem erlebnisreichen Tag in Medellin.
Girardota
Unsere Fahrt im engen, klapprigen Minibus ging nach Girardota. Ein Ort außerhalb Medellins. Der Leiter der Caritas in der Diözese Girardota empfing uns und begleitete uns in die Schule „Institución Educativa Atanasio Girardota“.
 Nach der Begrüßung im Eingangsbereich der Schule miteinem Willkomm, werden wir durch die Schule in die Casa deCultura geleitet, wo 400 Schüler mit ihren Lehrkräften warten und uns einen wahrhaftigen Staatsempfang bereiten. Umgeben von Personenschützern, dürfen wir auf der Bühne Platz nehmen und uns an einem angebotenen, versiegelten Wasserbecher laben. Nun kommt was kommen muss, lange Ansprachen von Bürgermeister, der Schulleitung und dem 1. Stadtsekretär. Dann wurde die Hymne von Antioquia von den Kinder mit lauter Stimme gesungen. Noch ein paar Reden folgten und die Kinder zwischen 6 und 12 Jahren wurden zappelig. Wir durften dann von der Bühne und in den ersten Reihen der Aula Platz nehmen. Jetzt konnten wir auch das riesige Transparent bewundern, das die ganze Zeit in unserem Rücken hing. Uns wurde erklärt, dass die Kinder des
 Friedenpflanzerprojektes diese vielen kleinen Bilder gestaltet hätten und zu diesem Transparent zusammen nähten. Der Slogan der Schule: „Um Frieden zu schaffen in Kolumbien müssen wir Frieden schaffen in unseren Herzen.“ Nun waren die Schüler an der Reihe und führten uns Gesang und Tanz vor. Abschliessend gingen wir dann wieder auf die Bühne und sangen das bekannte Halleluja und Horch was kommt von draussen rein. Unter Applaus verliessen wir den Saal, um in die Ortsmitte zu einem Restaurant zu fahren. Beim anschliessenden Mittagessen wurden weitere Gespräche geführt und Gastgeschenke ausgetauscht.
La Sierra
Danach fuhren wir ohne Personenschutz weiter nach La Sierra, ein Vorort von Medellin, auf 1700 m Höhe. Hier oben hat sich eine Frauenkooperation aus internen Flüchtlingen zusammengetan.
Wir treffen die Frauen in der Kirche „ParroquiaSanta Santa Maria de la Sierra“ wo sie uns ohne großem Lamento ihre Schicksale schilderten. Viele Frauen haben den Mann durch das Paramilitär verloren und waren plötzlich mit ihren 8 Kindern alleine. In diesem Viertel ist es schwer die Kinder ordentlich aufwachsen zu lassen. Arbeitslosigkeit, Hunger und Analphabetismus bestimmen ihr Leben. Es haben sich Jugendbanden gebildet, die Schutzzoll kassieren, Prostitution und Drogen sind an der Tagesordnung. Im Viertel gibt es zwei Kinderrestaurants, die täglich 400 Essen ausgeben, für die Kinder oft die einzige Malzeit am Tag. Im La Sierra wurde eine neue Grundschule eröffnet; der Anfang ist getan, um Schreiben und Lesen zu lernen, aber weiterführende Sekundärschulen sind nicht vorhanden, es sei denn, man fährt bis nach Medellin, das kostet aber Geld, das nicht vorhanden ist. Am Abend waren wir bei einer ehemaligen GTZ-Mitarbeiterin, sie und ihr Mann arbeiten, während ihr Kind tagsüber von der Oma gehütet wird. Sie wohnen in einem abgesicherten Bereich am Berg, hoch über der Stadt. In einem Hochhaus: Eigentumswohnung, drei Zimmer, Küche, Bad, Balkon. Um das zu bezahlen müssen beide arbeiten. Nach einem Stadtviertelrundgang, dies hat sogar einen Park und Swimmingpool, wurden wir mit Teigtaschen, plattgewalzten gebratenen Kochbananen, dazu verschiedenen Soßen, Saft oder Kakao bewirtet.Wir führten eine angeregte Unterhaltung über das Leben in Kolumbien.Spät fuhren wir in die Stadt zurück, machten unterwegs aber noch einen Stop, um das Lichtermeer von Medellin in ganzer Pracht von der Höhe aus zu bewundern.Im Hotel angekommen, fing es wieder an, der Regen trommelte auf das Blechdach. Ein Gutes daran war das die Stimmen, die aus der Rezeption kamen übertönt wurden.
Itagüi
Den nächsten Tag fuhren wir nach Itagüi, etwas außerhalb der Stadt, in die Deutsche Schule.
In Kolumbien gibt es 4 Deutsche Schulen.
Am Eingang begrüßt uns der deutsche Schulleiter, Herr Erwin Niedermann,
 und seine Pressesprecherin, Frau Claudia Modia. Die Deutsche Schule ist eine Eliteschule und viele gutverdienende Kolumbianer aus der Umgebung möchten ihre Kinder in der Schule unterbringen. Die Kinder werden von 4 Jahren an aufgenommen und durchlaufen die Vorschule, Kindergarten, Grundschule, Sekundarstufe 1 und Sekundarstufe 2. Mit dem anerkannt hochqualifizierten und anspruchsvollen Erziehungsniveau bietet die Schule als nationalen Abschluss das „akademische Bakkalaureat“ mit internationalem Diplom in den Sprachen Deutsch, Französisch und Englisch.Die Schule wird von Deutschland unterstützt, ein Schulgeld wird erhoben. Die deutschen Lehrer werden von Deutschland bezahlt. Kinder von Angestellten der Schule dürfen am Unterricht teilnehmen.Das Motto der Schule: Wir wollen den Schülern Flügel verleihen damit sie sich in der globalisierten Welt bewegen können. „Um ein Land zu verstehen, muss man in diesem gelebt haben“, sagte Herr Niedermann. Eine Erkenntnis von ihm: „Deutschland ist ein Land, wo alles funktioniert, aber nichts passiert. Kolumbien ist ein Land wo nichts funktioniert, aber ungeheuer viel passiert.“ In der, schön in der Landschaft gelegenen Deutschen Schule, passiert viel, zum Wohle der Kinder und zum Wohle des Landes. Doch die hier aufwachsenden Kinder werden von der Armut fern gehalten und leben in einem goldenen Käfig, der Sie von der Wirklichkeit im Land abschottet.
Medellin Zu Mittag fahren wir in die Stadt und werden im Pfarrhaus von Monsignore Iván Moreno empfangen und gehen mit ihm durch die Straßen Medellins zur Casa de Misericordia.Hier hatten wir die Gelegenheit mit den Obdachlosen zu Mittag zu essen. In einer Vorhalle erwarten uns schon mit grossen Augen viele alte Leute, vorwiegend Männer. Ein alter Mann singt und spielt Gitarre dazu, dies berührt uns stark, denn hier spürt man richtig die Armut und Trostlosigkeit der Menschen.Nach dem Essen durften wir die Kathedrale von Medellin ganz privat besichtigen. Padre Ochoa spielt für uns auf der grössten Orgel Lateinamerikas Stücke von Sebastian Bach. Auf der Empore neben der Orgel sitzend, ein erhabenes Gefühl. Anschliessend
 geht es hinauf in den Glockenturm, von dem man eine gute Aussicht über die Stadt hat Ein Besuch im kirchlichen Museum und der Sakristei schlossen sich an. Danach gingen wir durch den Parque Bolivar zur Fußgängerzone ins Cafe „Salon Versalles“, dass einem Argentinier gehört, der auch anwesend war. Solch eine grosse Gruppe wie unsere fiel auf. Wir bekamen die Tische zusammengestellt, und hatten es uns bei Kaffee, Kuchen und Snacks gemütlich gemacht. Da kam der Besitzer zur Begrüssung, und als er hörte das wir aus Deutschland kommen, lud er uns ein, so brauchten wir nichts zu bezahlen. Wir bedankten uns bei ihm mit dem Canon“ Froh zu sein... „ das passte.Mit der Metro fuhren wir zum Hotel zurück. Nach vielem Fragen fanden wir auch endlich eine Post die Briefmarken für Europa hatte. Die Post sah aus wie eine Speditionslagerhalle mit Kontor von 1900. Nach kurzem Aufendhalt im Hotel ging es weiter zu den Puppenspielern im „Teatro de Titeres y Musica“, um das Stück „Siembra“ anzuschauen.
Die junge Gruppe versucht durch Kulturarbeit auf die Konfliktsituation der landesinternen Vertreibungssituation und die Minenproblematik zu sensibilisieren. Das Stück, das wir sahen handelt von Kämpfen der Paramilitärs und der Anwerbung junger Rekruten, vom Minenlegen, Verwundung und Vertreibung. Auf der schwarzen Bühne agieren Holzpuppen in Lebensgroße von Menschen in schwarz geführt. Die dazu gehörende Texte und Musik beeindrucken wie auch die ganze Handlung. Das Theater arbeitet seit 5 Jahren und wird vom Land Antioquia unterstützt. Ein zweites Standbein hat das Theater mit seinen Musikschulen aufgebaut. Das Motto : Musikinstrumente statt Waffen. Ausserdem werden von ihnen Minenopfer psychosozial betreut Nach dem Stück wurden dem Regisseur noch viele Fragen gestellt. Eine Diashow der Musikschule schloss sich an. Es wurde sehr spät an diesem Tag. Nachts regnet es.
Heute machen wir mit dem Turibus eine Stadtrundfahrt. Abfahrt an der Bibliotheca E.P.M. am Teatro Metropolitano, vorbei am Rio Medellin zum Cerro Nutibara. Ein grüner Hügel in der Stadt mit einem kleinen Museum zur Lebensweise und Wohnkultur des 19. Jahrhunderts. Eine kleine Kirche ist den Wohnhäusern in U-Form angeschlossen. Aber das Beste ist nicht das Klassenzimmer oder der Frisörsalon, nein, es ist Aussicht auf das Panorama von Medellin. Nach kurzem Aufenthalt ging es wieder in die Stadt - am Zoo und Flugplatz vorbei - über schöne Plätze und an der ältesten Kirche, St. Jose, vorbei. Wir lernten, das die Stadtbezirke in Kathegorien von 1- 6 eingestuft werden, wobei 1 das ärmste Quatier bedeutet. Wir fuhren noch durch einige Einkaufsstrassen, der Kategorie 5 vorbei, stiegen am Parque de Bolivar aus, und gingen nach einer Kaffeepause zum Plazoleta Botero, auf dem die bekannten Bronzefiguren von Botero aufgestellt sind. Wir besuchten das Museum de Antioquia um Boteros Bilder anzusehen. Seine Bilder sind im Stil unverwechselbar.
Alle Tiere und Personen sind als dicke aufgeblasene Figuren gemalt. Es ist Boteros Symbol und Anklage auf die degenerierte Kolonialbourgeoisie. Seine Gestaltungsform ist surrealistisch und manchmal karikaturhaft. Er liebt die Farben, denen er in Form und Rhythmus Leben gibt. Auch vor sozialkritischen Themen macht er nicht halt, wie seine Werke über interne Vertreibungen zeigen Im Erdgeschoss werden weitere Bilder, auch moderner kolumbianische Künstler ausgestellt, darunter sind Francesco Antonio Cano und Jesus Maria Zumora. Im Museumsshop gab es auch eine geringe Menge Ansichtskarten, so dass Grüsse endlich versandt werden konnten. Dies geht demnächst nur noch über das Internetcafé.Abends treffen wir uns mit Herrn Marco Burger, einem Friedenspflanzer aus Deutschland in Kolumbien. Im Restaurant Crepes y Waffeles berichtet uns Herr Burger von seiner Arbeit im Land.
Heute reisen wir weiter. Koffer gepackt und an die Strasse gestellt. Der Bus kam fast pünktlich, eine halbe Stunde später, dies ist hier aber normal. Das Gefährt hatte kaum Platz für die Gruppe und für das Gepäck überhaupt nicht. So fuhr der Bus noch mal durch die Stadt, um einen Gepäckträger aufzumontieren. Wir sassen währenddessen vor dem Hotel am Strassenrand und bearbeiteten unsere Reiseauswertungen. Es kann uns nichts erschüttern. Nach einer langen Wartezeit kommt der Bus mit Gepäckträger. Ein Verladeplan war nicht vorhanden. Stapeln, umsetzen, querlegen, hochstellen bis es passt. Die zum Befestigen gedachten Gummizüge waren gut fürs Fahrrad, aber bei der Grösse der Koffer bogen sich die Haken auf und das Seil flog davon. So musste eine Wäscheleine besorgt werden, was auch nach einiger Zeit gelang. Endlich Abfahrt nach Santa Fè de Antioquia. Im Bus eingepfercht erklomm dieser Meter für Meter der steil ansteigenden Passstrasse. Noch ein Blick auf Medellin weit unter uns. Die Landschaft, die wir durchfahren ist sehr schön. Weite Aussichten über Täler und Berge. So ganz selbstverständlich sind wir mal auf 3000 m, denn hier ist vieles grösser, höher, grüner wie anderswo. Wir kamen in das Tal des Rio Cauca und merkten bald an den schönen Häusern, dass hier ein Uraubsparadies für Reiche liegt.
Santa Fè de Antioquia
Durchgerüttelt kamen wir in St. Fè de Antioqua an und wurden in der Bildungsstätte FundePaz von Pater Giovanni herzlich begrüsst. Eine schöne Gartenanlage umgibt die einstöckigen Häuser. Ein grosser, an den Seiten offener Speisesaal hat ein tropisches Flair. Der grosse
Swimmingpool ist schön in die Landschaft eingebettet. Eine Kirche und eine Kulturhalle gibt es auch. Freizeit am Nachmittag, im Pool wurde rumgeplanscht.
Puente de Occidente
Am Nachmittag fuhren wir mit einem Bus, in Begleitung von Pater Giovanni,
 zur ersten Hängebrücke Südamerikas, der Puente de Occidente, die über den Rio Cauca führt. Ein interessantes Bauwerk, an Stahlseilen hängend. Wir überquerten die Brücke zu Fuss, zurück ging es mit dem Bus, der uns nach
St. Fè de Antioquia brachte. Die Stadt hat den südandalusischen Stil bewahrt, den die spanischen Eroberer vor 300 Jahren hier her brachten.Der Ort hat ca. 20.000 Einwohner. Es gibt ein Priesterseminar, eine Kathedrale, viele kleinere Kirchen. Die Kirche Santa Barbara besuchen wir, wie auch das Kollegium. Der Unterricht findet nicht nur hier statt, denn die Lehrer fahren auch ins Land zum unterrichten. Es werden 3.500 Schüler betreut, deren Hauptfach Agrarwirtschaft ist. Es wird versucht durch Bildung die Landflucht zu verhindern. Das Projekt in der Praxis erleben wir am kommenden Tag.
Auf dem Land
 Mit dem Kleinbus fahren wir in Begleitung der Polizei die 70 km über holprige, durch Steinschlag betroffene Strassen, 2 Stunden immer bergan zu einem Dorf. Dort wurden
 wir von Senior Hillaro empfangen, der hier das Projekt zur Förderung der Konfliktprävention begleitet. An diesem Projekt beteiligen sich 400 Familien in der Umgebung. Es ist ein Agrarprojekt mit der Option, dass die Produkte weiter vermarktet werden. Das fördert gleichzeitig das Auskommen und dadurch entsteht Sesshaftigkeit. Hillaros Familie besitzt nur ein knapp 1 ha. grosse Hanggebiet, das vorwiegend für den eigenen Nahrungsbedarf dient, was nicht selbst gebraucht wird, wird in der Stadt verkauft. Die Nahrungsmittel werden nach ökologischen Gesichtspunkten angebaut, um die Natur nicht zu belasten. Nur natürliche Düngemittel werden eingesetzt. An den Steilhängen ist nur Terrassenanbau möglich, dies ist sehr arbeitsintensiv. Durch das Studium der Agrarwissenschaft kam Senior Hillaro zum Projekt Pastoral de la Tierra, das die Landbevölkerung unterstützt und die Landflucht eindämmt.
Anschliessend besuchten wir die Frauenkooperative mit dem schönen Namen: „Aromas de Occidente“. Diese Frauen haben gelernt ihr Leben in die Hand zu nehmen. Sie haben sich zusammengetan, um aus verschiedenen Pflanzen Creme, Shampoo, Seife und Heilsalben herzustellen, um so ihren Lebensunterhalt zu erarbeiten. Die Produkte werden hier im Haus oder auf Messen in den Städten verkauft. Am Nachmittag kehren wir, trotz Steinschlag, wohlbehalten in Funde Paz ein. Wir bedankten uns bei unseren polizeilichen Begleitern, für die dies gottlob ein Ausflug war.
Funde Paz
Am Abend war Barbecue angesagt. Bei den Vorbereitungen fiel der Strom aus und die ganze Anlage lag in Dunkelheit
. Jetzt kamen endlich unsere mitgeschleiften Taschenlampen zum Einsatz und so fanden wir den Weg zum Pool wo die Steaks schon brutzelten. Es war romantisch, bei Sternenhimmel und Kerzenlicht tranken wir unseren Cocktail. Nach einem ausgezeichneten Essen beendeten wir den Tag in guter Stimmung. Es war Nacht und es regnete mal wieder. Am heutigen Tag bekamen wir in Funde Paz Besuch von jungen Leuten, die sich als „Sempradores de Paz“ (Friedenspflanzer)
 bezeichnen. Dies ist ein Schulprojekt der Erzdiözese Santa Fè de Antioquia mit dem Schwerpunkt: Wertarbeit zu gewaltfreier Kommunikation. Die Kinder zwischen 8 bis 12 Jahren zeigten uns wie sie durch Gesang und Tanz die Tradition ihres kulturellen Erbes lebendig halten. Mit Begeisterung und Temperament waren alle bei der Sache. Mit viel Schwung und Charme schafften
es insbesondere die Mädchen die Halle in ein kolumbianisches „Salza-Meer“ zu verwandeln. Zum Schluss tanzten alle. Die mitgebrachten Süßigkeiten wurden verteilt; wir erhielten selbstgebastelte Geschenke hergestellt aus Perlenschnüren und Kaffeebohnen. Am Swimmingpool wurde weiter gefeiert und zu unserer Überraschung
hatten die Kinder noch nie einen Euro gesehen, doch dem konnten wir abhelfen, nun liegen einige Euromünzen als Souvenire in St. Fè de Antioquia. Am Nachmittag besichtigten wir, unter Leitung von Pater Giovanni und einem Führer, das Erzbischöfliche Museum in der Stadt. Ausgestellt werden: Prozessionsfiguren, Monstranzen, Madonnenfiguren, Heiligenbilder und Kleidungsstücke der Bischöfe. Auch der Tisch, an dem 1813 die Unhabhängigkeitserklärung zwischen Spanien und Antioquia unterschrieben wurde, steht hier.
Den Nachmittag bummelten wir durch die historische Stadt und tranken unter den Platanen am Markt einen sogenannten „Jugo“ (Fruchtsaft). Danach gingen wir über den Markt auf dem viele Verkaufsstände waren. Dort probierten verschiedene Köstlichkeiten, wie z.B. „Mamas“ (frittierte Eier) und verschiedene Früchte, die uns nicht bekannt waren. Wir erstanden auch bei freundlichen Verkäufern so manches Andenken.
Tertulia
Am Abend – dann der Höhepunkt. Ein deutsch-kolumbianischer Freundschaftsabend, der von Pater Giovanni und seinen Mitarbeitern geleitet wurde. Uns und den Honoratioren aus Kirche und
Gemeinde wurde eine buntes Programm aus Folklore, Musik und Informationen über Antioquia dargebracht. Fritz hatte (wie immer) die Ansprache gehalten und uns einzeln vorgestellt, damit unsere Gäste wussten mit wem sie es zu tun hatten.
Auch mit einer DVD über die Bergstrasse konnten wir dienen. Zum Dank für einen gelungenen Abend sangen wir dann auch unser neues Lied „Kolumbien ist ein schönes Land“. Es hiess dann Abschied nehmen von Pater Giovani Prèsiga und der schönen Anlage Funde Paz. Ein etwas grösserer Bus holte uns ab, wir starteten in Richtung Medellin Rionegro. Unterwegs war mal wieder ein Erdrutsch, der die Strasse zugeschüttet hatte. Für PKWs kein Durchkommen, aber der Bus rumpelte über die Steinbrocken, durchgeschüttelt kamen wir gut über die Hindernisse. Danach konnten wir unsere Fahrt durch den Tunnel fortsetzen. Es regnete mal wieder und die hohen Berge verstecken sich in Wolken. Am Flughafen Rionegro angekommen, brach ein gewaltiges Gewitter aus. Am manchen Stellen regnete es durchs Hallendach; bald entstanden grosse Pfützen, die zügig von fleissigen Frauen beseitigt wurden. Der Flug verzögert sich durch das Wetter etwas.
Doch die Fokker 50 durfte dann doch noch in einer Regenpause starten. Wir flogen den Rio Magdalena entlang, machten einen Bogen über der Küste und landeten schliesslich in Cartagena.
Cartagena
Fritz charterte einen Bus. Die anderen Fahrgäste kamen nicht rechtzeitig. Als unser Gepäck verstaut war, tauchten die anderen Mitfahrer auf. Alles musste dann noch in einen grösseren Bus umgeladen werden. Wir fuhren in die Altstadt Cartagenas. Nicht gerade für einen grossen Bus geeignet, doch nach ein bisschen Rumkurven, erreichte er die Pension von Helda Buelvas.
 Eine kleine familiäre Pension mit einem dicht bewachsenen Innenhof in dem Kollibries an Hibiskusblüten naschten und ein Papagei im Käfig rumschreit. Wir richteten uns ein und unternahmen unseren ersten Erkundungsgang durch die Altstadt. Wir besichtigen die grosse Kathedrale, die Stadtmauer und St. Peter. Zurück zum Placa Bolivar, alles ist hier sehr zentral gelegen. Am Abend feiern wir unser Bergfest bei gutem Essen und Wein in einem guten Restaurant. Die Nacht war unangenehm schwül, die Räucherkästen gegen die Mücken im Zimmer verbreiteten unangenehme Düfte, so dass ich diese vor das Fenster stellen musste.

In der Nacht donnerte und blitzte es, der Regen prasselte heftig auf die „Tropenlandschaft“ des Hofes. Ich befürchtete eine Überschwemmung, aber an Morgen schien die Sonne und wir hatten ein gutes Frühstück in der Natur. Danach schlenderten wir durch die Gassen, zum Stadttor, hinaus und zum Hafen. Hier bemerkt man den Tourismus, denn die fliegenden Händler sind hier überall und umschwärmen die vielen Gruppen wie die Fliegen.
Rosario-Island
Das bestellte Boot lag schon am Kai. Nachdem sich unser Guide Walter vorgestellt hatte und wir die vorgeschriebenen Schwimmwesten an hatten, ging es in flotter Fahrt hinaus zu den Rosarioinserl, eine Inselkette, die wie ein Rosenkranz angeordnet ist. Auf einer der grösseren Inseln machten wir halt. Hier hatten wir viele Stunden Zeit zum faulenzen. Wer wollte, konnte noch mit dem Boot zum Schnorcheln weiterfahren oder ein Aquarium auf einer anderen Insel besichtigen. Ich entschied mich zu bleiben, um die Insel zu erforschen. Bald
 entstand eine kleine Gruppe, die sich zur Erkundung der Insel aufmachte, begleiten von drei jungen Burschen, die uns den rechten Trampelpfad zeigten. Dies war wirklich eine grüne Insel. Verstreute Häuschen oder Hütten, natürliche Strandabschnitte im Osten und im Norden, Mangroven mit stinkendem Wasser, ein Hotel mit Pool und ein lebenslustiges buntes Völkchen – die Gäste. Am Hotelstrand gingen wir mit Genehmigung des Wächters schwimmen. Das Wasser ist dort sehr warm. Wir gingen zurück zum Strand; da gab es Gegrilltes und eine Flasche Saft. Danach lagen einige
in den Hängematten, andere liessen sich eine Massage verabreichen. Am späten Nachmittag hatte jeder von uns eine wunderschöne Halskette. Das Boot legte ab, um nach Cartagena zurück zufahren. Am Hafen kauften wir Postkarten und gingen zur Pension zurück. Nach etwas Ausruhen, schlenderten wir durch die schmalen Gassen zur Kirche St. Peter. Auf der Hotelterrasse gegenüber der Kirche assen wir etwas und genossen bei Cuba liebre die herrliche Atmosphäre. Die Stadt wird am Abend durch die Beleuchtung der Kirchen und Paläste noch schöner. Es war wieder sehr schwül und wir schliefen schlecht.
Der kommende Tag brachte uns wieder zur Realität zurück. Wir wurden mit zwei Kleinbussen von Frau Hayter, einer Mitarbeiterin der Caritas, abgeholt und zur Caritaszentrale, die etwas außerhalb Catagenas liegt, gefahren. Caritasdirektor, Pfarrer John Maoni, informierte uns über den Hauptaufgabenbereich der Caritas – Friedensarbeit, Friedensförderung in Friedensschulen (Esculas de Paz y Convivencia), unterstützt von Misereor. Eine weitere Aufgabe ist die Friedensarbeit mit Kindern und Präventionsarbeit, um Prostitution von Kindern zu vermeiden. Dieses Projekt wird von Schweden unterstützt. Die Nothilfearbeit ist eine Betreuung der Vertriebenen aus Krisenregionen. Hilfe für Menschen aus Gebieten mit Naturkatastrophen, sowie wirtschaftliche und
 soziale Resozialisierung von Menschen (in Cartagena leben etwa 80.000 Vertriebene, die Hilfe benötigen und diese von der Caritas bekommen.) Eine Gruppe hat sich zusammen geschlossen und fertigt Bimssteine zum Bau von bescheidenen Häusern an. Das Prinzip aller Vorhaben ist es, an der Basis Menschen auszubilden, die ihr Wissen als Multiplikatoren weiter geben. Im Anschluss an diese Ausführungen, wurden noch viele Fragen gestellt. Dabei wurde deutlich, dass zwar Unterstützung vom Staat möglich ist, diese aber oft nicht ankommt, da Mittel in dunklen Kanälen verschwinden oder erst nach Jahren ankommen. Von der Kirche werden Bedürftige über ihre Rechte informiert. Sie werden beim Ausfüllen von Formularen unterstützt. Anschliessend fuhren wir zum Hausbauprojekt, das von der Bundesrepublik Deutschland gefördert wird. Vierzig bescheidene Häuser wurden bereits aus vorhandenen Steinen errichtet. Wer Arbeit hat, ist dabei sein Haus wohnlicher zu gestalten. Die Kanalisation der Häuser wurde in Eigeninitiative installiert. Schmale Gassen führen an den Häusern vorbei, hier kann kein Auto fahren. Alles unbefestigter Sandboden, auch in den Häusern. Auf der Rückfahrt zur anderen Stadtseite, bestürzte uns der krasse Unterschied zwischen Arm und Reich, der an der exklusiven Strandpromenade auf der einen und mit erbärmlichen Unterkünften auf der anderen Seite dieser Stadt ist.
 Im Osten der Stadt erstreckt sich ein langer natürlicher Sandstrand. Hier findet man, im sicheren Abstand zum Meer, einfache Restaurants. Sonnenschutzdächer stehen etwas näher am Meer, bis zum Horizont nur noch Sandstrand. Da kam Karibikfealing auf, zumal wir einen guten frischen Fisch vorgesetzt bekamen. Zurück fuhren wir mit einen öffentlichen Stadtbus, der hier pendelt. Wir bekamen wieder eine Extratour, der Busfahrer hielt an keiner Haltestelle, sondern fuhr uns direkt in die Stadt. Am Abend hatten wir dann noch etwas Zeit zum Flanieren und Koffer packen.
Wir starteten am nächsten morgen um 4 Uhr. Nach einem kräftigen Frühstück wurden wir zum Flughafen gebracht. Mit Avianca flogen wir nach Bogota, das Rio Magdalena- und Cauca-Tal entlang. Einen aus den Wolken ragenden schneebedeckten 5000er sahen wir rechts von uns. In Bogota angekommen, fuhren wir zum internationalen Flughafen wo das Flugzeug um 11.38 Uhr startete, um uns über die „Grüne Hölle“ nach Leticia zu bringen. Die letzten 90 Minuten flogen wir nur über Wälder, bis zum Horizont nur Bäume, ein Glücksgefühl, verursacht durch die Schönheit der Landschaft, kam auf. 11.38 Uhr Landung in
Leticia.
Das Personal des Hotels hatte sich schon winkend mit Schildern postiert. Zunächst mussten wir noch Pass- und Gepäckkontrolle über uns ergehen lassen, bis wir endlich überschwenglich, wie alte Bekannte, begrüsst wurden. Danach ging es die kurze Strecke mit klapprigen Taxen ins Hotel. Ein grösseres Haus mit Restaurant, Halle und Swimmingpool. Die Zimmer sind sehr gross, nur die Fenster gehen hier auf den Flur – mal was Neues. Betreut wurde die Gruppe von Juan Jose
, einem jungen drahtigen Mann, vom Stamm der Ticuna Indianer. Unser Abendessen nahmen wir im benachbarten Restaurant „Tierras Amazonicas“ ein. Ein mit vielen Unikaten bestücktes Lokal, das voll mit präparierten Fischköpfen, Schlangen, Krokodilen, Knochenlampen und einem Schrumpfkopf über dem Tisch beeindruckt. Angeboten werden auch Maden, so dick wie ein Daumen als Vorspeise, die wir aber nicht probierten. Nach dem Essen gingen wir in die Ortsmitte, dort erleben wir den abendlichen Anflug von hunderten
Sittichen und anderen Vögeln, die sich im Stadtpark zur Nachtruhe begaben. Anschliessend besuchen wir noch ein kleines ethnisches Museum, in dem die Kulturen verschiedener Indianerstämme gezeigt werden. Ausgestellt sind dort Waffen, Trommeln und Kleidungsstücke. Darauf folgte ein Abstecher in Richtung Amazonas, den wir aber nur weit in der Ferne liegen sahen. Am Stadtrand stehen Stelzenhäuser, die in der Trockenzeit gut 10 m über den Fluss ragen, aber in der Regenzeit voll im Wasser stehen und nur über Stege erreicht werden können In der Stadt gibt es eine ampelgeregelte Kreuzung, sehr viele Motorräder und wenig Autos. Die Stadt wird in erster Linie mit der Aussenwelt durch den Flug- und Schiffsverkehr verbunden. Strassen ausserhalb Leticias führen ins 6 km entfernte Nachbardorf, das bereits zu Brasilien gehört. Beim abendlichen Cocktailempfang genossen wir „Caipirina“, ein brasilianisches Nationalgetränk mit Eis, Limone und Cochacel (Zuckerrohrschnaps). Bei informativen Gesprächen mit Jose und Yolanda, Inka-Indianerinen verging die Zeit wie im Flug. Endlich mal wieder lange schlafen. Um 6 Uhr frühstücken, dann Abmarsch zum Boot, das an einem schmalen Seitenarm des Amazonas auf uns wartete. Die Spanier gaben diesem Fluss seinen Namen, da sie beim hochfahren am Flussufer halbnackte Frauen sahen und diese für Amazonen hielten. Das Boot „Chaleco“ brachte uns zunächst an den Hafen von Leticia, der lediglich aus einer festen Landungsbrücke besteht. Hier lag ein grösseres Frachtschiff und ein Militärboot. Hausboote säumen ein Stück das Ufer, dann kommt auch gleich der Urwald. Nach einer 10 Minuten dauernden schnellen Fahrt, erreichen wir unseren
 ersten Besichtigungspunkt, eine Plantage am steilen Ufer, an der ein kleinen Teich gelegen, mit malerischen “Victoria Regia“ (Seerosen). Luftwurzelbäume sind zu sehen und zahme Papageie lassen sich auf unseren Händen, Köpfen oder Armen nieder. Unsere Fahrt geht weiter zu den Yaguar Indianern, die auf einer Anhöhe am Fluss leben. Wir wurden in die grosse Versammlungshalle geführt und bekamen erst einmal eine Bemalung verpasst mit rötlich-gelber Paste. Dann wurden wir durch das Dorf geleitet, wo Einheimische mit ihrem geschnitzten und gebastelten Kleinkram meist auf Kundschaft warten. Hier erlebt man den touristischen Einfluss
 doch sehr stark, der uns so auf der ganzen übrigen Reise nicht begegnete. Auf unserem Rückweg hatten sich eine Unzahl von kleinen Kindern in der Versammlungshalle eingefunden. Mütterliche Touristinnen verteilten Süssigkeiten. Jedes Kind war auf Beute aus und probierte so viel wie möglich zu erhaschen. Ein grosses Durcheinander entstand, bis alles verteilt war.Danach Weiterfahrt zum Naturschutzpark Amacayacu, der mit 2.500 ha einer der grössten im Land ist. Hier durchwanderten wir auf hochliegenden Stegen den Urwald und erfuhren etwas über Flora
und Fauna. Die Stege gehen 11 km in den Urwald, es gibt Rundwanderstege, eine Terrasse an Ufer und Bettenhäuser, einen Kiosk und einen Speisesaal. Nach einem Dia- Vortrag über das Naturschutzreservat und der Betrachtung der Kaimannskelette, fuhren wir bei Regen weiter zum Domizil des Patres. Leider trafen wir ihn nicht an. Ein paar junge Männer hüteten das bescheidene Anwesen und zeigten uns das im kleinen Teich Kaimane und eine Urschildkröte lebten. Papageie flogen herum und freuten sich über die Abwechslung, denn sie vollführten gekonnt Tiefflug und Überschlag am Wäscheseil. Dann ging es wieder die steile Böschung hinunter und mit
 dem Boot weiter zur zweitgrößten Stadt Kolumbiens am Amazonas.
In Porto Narino
 gingen wir zum hölzernen Aussichtsturm und warfen einen Blick auf die kleine Stadt im Urwald. Nach der Besichtigung erwischt uns ein kräftiger Regenschauer und sprengte förmlich unsere Gruppe auseinander, da jeder eine Unterstellmöglichkeit suchte. Nach Ende des Schauers gingen wir wieder in ein offenes Restaurant mit Palmblätterdach. Das Essen wie immer Rindfleisch, Hähnchen, Fisch, gebackene Bananen, Reis, Pommes. Die Suppe war aber wirklich mal was anderes, mit Kochbananen, Süßkartoffeln und Koriander gewürzt, ganz ausgezeichnet. Weiterfahrt zum Tarapotosee. Hier kann man mit Delfinen
 schwimmen, wenn diese gerade da sind. Wir sahen einige schon unterwegs, aber am See hatten sie sich verzogen. Dennoch wagten einige den Sprung vom Boot ins Wasser. Kommentar: „Wasser ist weich und warm“.
Eine Regenfront verschleierte das andere Ufer, es kam Wind auf und die versprochenen rosa und schwarzen Delfine haben wir auch nicht gesehen. Sturmgepeitscht, nass und durchgefroren, kamen wir in Leticia an. Noch ein abenteuerlicher Laufsteg und wir waren an Land. Nach einen kleinen Fussmarsch zum Hotel, und dann ging es unter die warme Dusche. Nach dem Abendessen im Hotel war für die kommenden Tage Stiefelanprobe angesagt. Danach ein gemütlicher Abschluss des Abends. An der Strasse biertrinkend, schauten wir den Motorrädern zu. Am anderen Morgen, ausgerüstet mit Gummistiefeln, Mücken- und Sonnenschutz, Taschenlampen sowie Rucksäcken mit dem Nötigsten für drei Tage gingen wir zum Fluss. Ein schmales, langes Flussboot „De Jesus“ wartete da auf uns, ausgerüstet mit Sonnen- oder Regendach, Funkanlage, einem Aussenbordmotor mit langer Welle,
 4 grossen Treibstofftanks und Schwimmwesten.Wir sortierten uns in dem schwankenden Boot und legten die Schwimmwesten an und schon konnte es los gehen. Die Fahrt ging bei Wellengang flussabwärts zur Flusstankstelle in Brasilien. Dort wurde vollgetankt und weiter ging es in den Rio Javari. In der Stadt Benjamin Constant sehen wir wie grosse Frachtschiffe mit Edelhölzern beladen wurden. Die Sonne kam zum Vorschein, die interessante Uferlandschaft zog an uns vorbei. Grosse Sandbänke und steile Uferböschungen wechseln sich ab. Delphine gaben uns die Ehre und sprangen in sicherer Entfernung durch die Luft. Ein Fisch sprang zufällig ins Boot, das nur soviel Wasser unterm Rost hatte dass es weiter schwimmen konnte. Der Bootsmann war ständig damit beschäftigt das Wasser mit einer abgeschnittenen Plastikflasche aus dem Boot zu schöpfen. Einschwappendes und
 aus geschöpftes Wasser hielten sich die Waage. Am Ufer sahen wir ab und zu einige Pfahlbauten. An einer kleinen Siedlung legen wir um eine Pause zu machen an. Neugierig wurden wir von allen Ecken beobachtet, sogar gibt es in der Bananenplantage ein Toilettenhäuschen, das wir benutzen durften. Nach ein paar Stunden Bootsfahrt, kamen wir an einen Seitenarm des Rio Javari und bogen in diesen ein. Durch dichten Uferbewuchs schlängelt sich der Wasserlauf zu unserem Ziel:
Heliconia Reservat Natural in Brasilien,
 das wir nach sechs Stunden Bootsfahrt erreichen. Gespannt klettern wir mit unserem Gepäck die glitschige Uferböschung hinauf. Im grossen Palmblätterhaus wurden wir mit gutem Kaffee empfangen. Wir wurden auf Männer- und Frauenhäuser verteilt, einige Paare bekamen ein eigenes Haus zugewiesen. Die Häuser stehen auf einer Bretterplattform, die auf Sockeln steht. Die aus Baumstämmen gefertigten Eckpfosten gehen bis zum steilgedeckten Palmenblätterdach. Eine ca 1,2 m hohe Brüstung umschliesst den Innenraum, der nach oben mit Mückennetzen bespannt ist.
Vor den Haus eine Veranda mit Sitzgelegenheit und Hängematte. Hinter dem Haus eine Bretterwand, hinter der sich Toilette und Dusche befinden.
Auf offenem „ Thron sitzend, genossen wir den Blick auf den Dschungel. Bei anbrechender Dunkelheit machen wir unsere erste Erkundung. Mit dem Boot fuhren wir den Fluss entlang und suchten mit Taschenlampen nach jungen Kaimanen. Unser Begleiter, Hektor, fand im Laufe der Zeit drei Exemplare über die er uns einen anschaulichen Vortrag hielt. Jetzt kennen wir den Unterschied zwischen Krokodil und Kaimann. Bei Mondschein und Froschgequake schipperten wir zur Unterkunft. Die Nacht war feucht und kühl. Ausgerechnet jetzt hatten wir es hier mit einer Kaltfront zu tun. Das einzig Gute daran, die Moskitos sind dann sehr träge und fliegen kaum umher. Am kommenden Tag brachen wir zu einer Urwaldwanderung auf. Vom Jaguarfluss ging es einen Trampelpfad zwei Stunden durch den Wald. Dann kamen wir an einem Bach mit Sandbank wo wir baden und grillen konnten. Hier bekamen einige ein paar Mückenstiche ab. Nach der Pause dauerte es nochmals eine halbe Stunde zum Boot zurück. Unterwegs sahen
wir einen grossen Baum, der von 12 Personen mit ausgestreckten Armen gerade mal so umspannt werden konnte. Am Abend gab es eine fröhliche Runde mit Wechselgesang, kolumbianische, brasilianische und deutsche Lieder dazu Cocktails und Aquaquiente. Der folgende Tag brachte uns zuerst eine Vogelspinne im Nachbarhaus, dann das Frühstück, eine Vorführung über Tätowierung mit Pflanzenfarbstoff, danach am Fluss Piranhas angeln und Kajak fahren. Nach dem
 Mittagessen mussten wir Abschied nehmen und fuhren mit Badeaufendhalt im Jaguarfluss,
 auf peruanischer Seite, die sechs Stunden nach Leticia zurück. Beim letzten Abendrot trafen wir in Leticia ein, danach Abendessen im Hotel und Absacker in der Schrumpfkopfbar.
Leticia
Der Morgen begann im Hotel Yurupary mit dem Motorengebrumme von tausend Motorrädern, die durch die Strassen fuhren. Wir besuchen das Zentrum der Kirchengemeinde. Hier wurden uns Projekte der „Carias“ (Unserer lieben Frau des Friedens) gezeigt. Hier erfuhren wir das Leticia 55.000 Einwohner hat, die sich aus 24 ethnischen Gruppen zusammen setzen. In Leticia leben auch 14.000 Emigranten. Die Kirchen Brasiliens, Perus und Kolumbiens arbeiten zur Linderung der herrschenden Not sehr gut zusammen. Anschliessend erläutert uns ein Schüler das Amazonasgebiet. Wir erfuhren, dass sich das Amazonasgebiet von Osten nach Westen eine Weite von 3.400 km und von Norden nach Süden eine Länge von 2.000 km aufweist. 15-20% der Süßwasserreserven der Welt sind hier versammelt. Das Gebiet Amazonien umfasst 43% von Südamerika. Im Gebiet gibt es ausser Holz auch Erdöl, Erdgas, Uran, Eisen, Kohle. Auch hier hin unterhält Amerika Geschäftsbeziehungen. Wenn der Kahlschlag des Urwaldes so
 weitergeht, wird in 30-40 Jahren die Gegend so aussehen wie im Nahen Osten. Was dann mit dem Wasser und der Atmosphäre passiert, wird sich auf der ganzen Erde bemerkbar machen. Vielleicht wachsen bis dahin in den arabischen Ländern wieder Wälder, die mit Amazonaswasser versorgt werden. Schüler und Lehrer stellten ihre Projekte vor. Leitlinien: Erfahrung sammeln im Urwald. Dazu gehört auch welche Urwaldtiere werden in Haushalten gehalten. Weitere Aufgaben sind: beobachten und registrieren von Vögeln sowie das Projekt „Mariposa“ (Schmetterlinge) und Exkursion in den Urwald mit Naturbeobachtung. Weitere Aufgaben sind, Tonaufnahmen von Vögeln vornehmen, Beobachtung von Greifvögeln, Schlangen und der Biospähren. Im Norden des Amazonas wird Rauschgift angebaut. Für den Schmuggel von einem Kilo Kokain nach Manaus bekommt der Schmuggler 50 $ der Warenwert dagegen liegt vermutlich bei 15.000 $. Wie arm müssen diese Menschen sein, die diesen Weg gehen um zu überleben und andere damit ins Unglück stürzen? Am Nachmittag besuchen wir durch Vermittlung von Juan den Ort der Huitoto-Indianer am Stadtrand. Im großen Rundbau
wurden wir von einer
Grossfamilie begrüsst
. Der Bürgermeister (Häuptling) war gerade dabei eine grosse Portion Koka zu stampfen. Diese Prozedur dürfen nur Männer durchführen. Die zu Pulver gestampften Blätter werden mit Asche angereichert und in Portionen in den Mund genommen und ausgesaugt und gegessen.Die Indianer hatten sich dann zum Tanz umgezogen und führen uns zwei traditionelle Tänze vor. Danach verteilen wir unsere Geschenke und sangen zum Dank einen Kanon. Eine Weltkarte liessen wir da, die sehr bewundert wurde. Arnold, ein junger Hiutoto, hatte eine nette zierliche Französin zur Freundin, die ihm jetzt die Welt erklären kann. Auf dem Rückweg zur Stadt machten wir einen kurzen Stopp am Zoo, um eine Anakonda zu bewundern und Fotos zu machen.
Am Abend wurde für uns eine Abschiedsparty gegeben. Durch vier brasilianische Tänzerinnen wurde die Stimmung
 angeheizt. Die aromatischen Cocktails taten uns richtig gut. Wir verabschiedeten Juan Jose und gaben ihm unser „Feuerwasser“ (Trester von der Bergstrasse), da er uns gut während der fünf Tage im Amazonasgebiet betreut hatte. Am Morgen des letzten Tages in Leticia, teilte sich die Gruppe um individuellen Interessen nachzugehen. Auf der Wunschliste standen: Einkaufen, Bummeln und zu Fuss nach Tabatinga in Brasilien gehen. Gegen 12 Uhr fuhren wir mit dem Taxi zum Flughafen. Der Flug war sehr angenehm. Der Pilot drehte sogar für uns eine Ehrenrunde. Wir sahen das
Dreiländereck zwischen Peru, Brasilien, Kolumbien mit dem Amazonas. Wir flogen danach um gewaltige Wolkenbildungen herum, die wohl wieder viel Regen in den Urwald abgaben. Wir trafen ohne Probleme in Bogota ein. Dort stand auch schon der Bus bereit, der uns in die Calle 119 bringen sollte. Der Busfahrer kannte unser Ziel nicht, sodass wir ihn lotsen mussten. Angekommen, richteten wir uns im Kloster ein, und machten anschliessend eine Reflexion der Reise. Jeder schilderte seine Reiseeindrücke. Am folgenden Tag war die Besichtigung des historischen Zentrums von Bogota „La Candelaria“ angesagt. Aus den spanischen Jahren ist leider nicht mehr viel übrig geblieben. Eine Kirche und ein paar Häuser blieben erhalten. Im Museo del Oro sind viele Goldschätze aus der Indianerzeit aufbewahrt, die ausführlich erläutert wurden. Auf mehreren Etagen sind hier die Meisterstücke aus dem mythischen Eldorado, Kleinodien, präkolumbianische Goldschmiedekunst, gesponsert von der „Banco de la Republica“ untergebracht. Danach
 folgte ein Bummel durch die kleinen Geschäfte in Hinterhöfen mit dem Ziel Souvenire zu erwerben. Dann gingen wir zum Placa de Mayor. Vor dem Parlamentsgebäude hatten sich die ersten Teilnehmer einer Demonstration postiert. „Freiheit für Norman Alzata“ wurde da auf Tafeln gefordert. Auf den Treppen zur Kathedrale waren Sargattrappen mit den Namen umgebrachter Paramilitärkritiker aufgestapelt. Überall waren Fernsehkameras zur möglichen
Überwachung aufgestellt. Wir beobachteten das Geschehen in dem wir uns befanden. Die Regierungsgebäude waren mit Schildern bewaffneter Polizisten abgeschirmt. Wir gingen weiter zum Präsidentenpalast, den man sich nur nach vorheriger Taschenkontrolle nähern darf. Es herrschte da absolutes Fotografierverbot. Nur die Gartenfront des Palastes ist schön, denn die Hauptfront ist wie eine Festung (ohne Schnickschnack) gestaltet. Wir stiegen bergan, um eine Muttergotteskirche im neugotischen Stil zu besichtigen. Die Kirche ist sehr schön gestaltet. Anschliessend besuchten wir noch das Staatsbankmuseum mit seinen Prägemaschinen und Bildersammlung. Danach ins anschliessende Boteromuseum. Wegen der Großdemonstration fuhren wir um 15 Uhr mit dem Taxi in unsere Unterkunft zurück. Im „Tinaja y Tizón“ Restaurant nahmen wir unser Abschiedsessen mit Gästen aus Bogota ein.
 Am nächsten Morgen führten wir eine Gruppenarbeit mit dem Thema globales Lernen durch, indem wir verschiedene Projekte skizzierten. Nachher gab es noch freie Zeit zum Spaziergang im blumenreichen Klostergarten. Etwas Kleiderballast liessen wir zurück, der an die Caritas in Bogota und weiter nach Soacha gebracht wird. Um 17 Uhr flogen wir mit der Iberia in die Nacht hinein, über Madrid nach Frankfurt, wo wir am darauf folgenden Tag um 14.20 Uhr ankamen.
Ha – Jo. Neumann

Obwohl das Zusammenleben der Menschen etwas Selbstverständliches ist, gehen wir nicht immer gesunde und uns stärkende Beziehungen ein. Vielen Dank für Euren Besuch!
In Vorbereitung ist für 2009 eine ähnliche Erkundungsreise mit Blick auf den schwindenden Regenwald und Plantagenanbau für Ökosprit in Costa Rica.
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