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China eine Reise wert?
Dies zu beantworten ist jedem selbst überlassen, aber wer dort war, wird sich wundern, erstaunen und mit Respekt zurück kommen. Was war China : In meiner Vorstellung war China ein Land der vielen Leute, grosse Berge und Wüste, grosse Städte, freundlich zuvorkommende Menschen, wissbegierig auf Alles. Kommunistisch geprägt, zentral verwaltet. Das Volk eingeengt und unfrei. Eine grosse Kluft zwischen Arm und Reich. Symbole, Kaiserreich, Vergangenheit wirken auf die Lebensgewohnheiten ein.
Nach einem Flug von 7787 Km begann der Aufenthalt in Beijing (Peking). Nach dem wir 3 Formulare für die Gesundheitsbehörde, den Zoll und der Einreisebehörde ausgefüllt und an der jeweiligen Stelle im Flughafen abgegeben hatten, nahm uns unser Begleiter Felix in Empfang. Wir fahren eine Stunde zum Hotel auf der 4ten Ringstrasse, die nur 90 km lang ist. Die 6te Ringstrasse um Peking beträgt bereist 200 km. Wir erfahren, dass Peking zur Zeit 14 Millionen Einwohner hat und nicht die grösste Stadt Chinas ist. Nach 10,5 Stunden Flug, einer Stunde Busfahrt, eine Stunde im Hotel Einschecken eingeschlossen, geht es zum Mittagessen irgend wo in der Stadt. Danach Weiterfahrt zum Sommerpalast im Nordwesten von Peking. Es ist sehr kalt und ein scharfer Wind kommt von den Bergen als wir das erste Tor zum Sommerpalast passieren. Der Sommerpalasts ist in Abschnitte für den Empfang und Staatsangelegenheiten, ein Wohnviertel und ein Abschnitt für Vergnügungen eingeteilt. Wir durchschreiten die schöne Anlage und kommen ans Ufer des Kunming- Sees. Auf dem See spannen sich 2 Brücken und zwar die 150 m lange Siebzehn- Bogenbrücke und die Jade-Gürtel-Brücke aus Marmor. Entlang des Seeufers verläuft der 728 m lange Wandelgang. Dieser wird aber gerade bis zum Olympiajahr renoviert und kann nicht eingesehen werden. Am Ende des Wandelganges befindet sich das Marmorschiff,
ein mit Marmor gebaute Pavillon mit fein gegliederten Holzaufbauten. Am See sassen hier die Herrscher beim Sonnenuntergang um Tee zu schlürfen. Nach 3 Stunden hatten wir einen kleinen Eindruck vom Palast und Park gewonnen. Man könnte Tage darin verbringen und würde immer etwas Neues entdecken. Felix brachte uns zum Tianhong Plaza Hotel zurück. Ursprünglich wollten wir dort zu Abend essen doch die Speisen waren zu üppig und die Restaurants zu unterkühlt. Wir begnügten uns deshalb mit selbstgekochtem Tee und Müslieriegeln. Nach 27 Stunden Wachsein endlich schlafen. Der neue Tag begann um 7 Uhr. Abfahrt zur Besichtigung um 8:30 Uhr. Felix brachte uns zum Himmelstempel.
Es war Sonntag und da sind einige der Pekinger in den Wandelgängen des Tempels versammelt um Karten- und Brettspiele sowie Federball oder Theater zu spielen. Ein reges Treiben und Livemusik empfing uns. Der Himmelstempel war der Ort in dem der Kaiser der Ming- Dynastie um eine reiche Ernte betete. Er wurde 1420 fertiggestellt und ist die grösste Tempelanlage Chinas. Auch der Himmelstempel ist der Renovierung erlegen, so können wir nur die umliegenden Hallen besichtigen. Auch die Echomauer probieren wir aus und sind überrascht das die Worte weit weg vom Sprecher verstanden werden. Wir gehen über die 360 m lange Terrasse und kommen zum Ernte Altar. Von dort gehen wir weiter zum Huanqiutan. An diesem Platz opferte der Kaiser jedes Jahr zur Sonnenwende dem Himmel Opfergaben die in grossen Behältern um dem Altar herum verbrannt wurden. Der kreisrunde Altar symbolisiert den Himmel und besteht aus 3 Ebenen. In der Mitte der obersten Ebene liegt eine kreisförmige Steinplatte die als „ Stein des Himmelsmittelpunkts“ bezeichnet wird. Nach dem Mittagessen in einem typisch chinesischen Restaurant gehen wir die paar Schritte zum Platz des himmlischen Friedens. In der einen Hälfte des Platzes steht das grosse Mausoleums für Mao Zedong. Maos Gedanken sind weiterhin Staatsdoktrin, sein politisches Erbe ist in der Verfassung festgeschrieben. Die Partei wacht darüber, dass Maos- Mythos hochgehalten wird, obwohl in seiner Regierungszeit Hungersnot und Kulturrevolution dem Volk viel Leid gebracht hat. Wir umschreiten das Mausoleum und viele junge Chinesen tun es uns gleich. Es werden Erinnerungsfotos an den mächtigen ereignisverklärenden Denkmälern gemacht. Die Jugend denkt in die Zukunft und ganz schwach an die Vergangenheit. Es tagt gegenüber in der „ Großen Halle des Volkes” der nationale Volkskongress und beschließt unter Anderem die Bauern von der Bürde der Steuerlast zu befreien. Wir treffen wieder Felix, der uns zur verbotenen Stadt führt.
Die verbotene Stadt ist wirklich eine Stadt hinter mächtigen Mauern. Hier war die Residenz der Kaiser der letzten 2 feudalen Dynastien- der Ming- und Qing- Dynastie. In nahezu 500 Jahren hatten hier 24 Kaiser gelebt und von hier die Staatsgeschäfte erledigt. Die verbotene Stadt
 wurde von 1404 bis1420 errichtet. Der Kaiserpalast ist eine Holzkonstruktion mit 9000 Räumen und ist heute der grösste und vollständigste Gebäudekomplex der Welt, der aus der Ming- Dynastie nahezu unverändert erhalten geblieben ist. Eine eindrucksvolle sehenswerte Anlage, die sehr viele Fotomotive hergibt und zum Nachdenken und Besinnen anregt. Auch hier wird gerade dis Taihedian( Halle der höchsten Harmonie) renoviert, was der Besichtigung nicht schadet, es gibt genug andere Gebäude zu bewundern. An beiden Seiten der drei Hauptpaläste stehen die sechs östlichen und sechs westlichen Paläste, die für die kaiserlichen Konkubinen und Hofmädchen bestimmt waren. In alten Zeiten und heute noch glauben die Chinesen an die Lehre von Yin und Yang die beiden entgegengesetzten Prinzipien der Natur mit
 Yin als weiblich und negativ und Yang das männliche positives Element. Beide sollen im Gleichgewicht stehen das bedeutet Harmonie. Auch im Kaiserpalast wurde beim Bauen auf diese Auswirkungen geachtet. Im Palast werden auch viele Kunstgegenstände ausgestellt. Besonders gefiel mir ein chinesischer Garten im Bereich der Konkubinen, der reich an Bäumen sowie Sträucher und Wasser war. Im grossen Palastbereich fehlt das Grün. Nach so vielen Eindrücken fuhren wir ins Hotel zurück um uns für den Abend frisch zu machen.
Denn unser nächstes Highlight war der Besuch der Pekingoper. Nicht nur Langnasen sondern auch viele Chinesen strömten ins Foyer des Liyuan Theaters. In dem seitlichen Wandelgang sassen die Schauspieler und schminkten sich konzentriert. Voll auf ihr Tun vertieft, bemerkten sie die Schar der Zuschauer gar nicht. Es durfte fotografiert und zugeschaut werden. Die Vorstellung fing pünktlich an, nur es ist eine Eigenart der Chinesen nicht ruhig sitzen zu können. Kaum wurde es dunkel strömten die von den billigen Plätzen auf die teuren Freien. Leider strömten mehr wie freie Plätze da waren und so war schon Unruhe im Raum. Auch während der Vorstellung gingen und kamen einige. Die Oper lehnte sich an die Geschichte der klassischen Pekingoper an, war aber sehr gekürzt. Den Europäer stört dies nicht, denn wenn ich mir vorstelle im Original 3- 4 Stunden diese Töne anhören zu müssen währe ich sicher auch einmal rausgegangen. Die Geschichte war sehr schwungvoll und farbenprächtig arrangiert. Eine Prinzessin nimmt den Reichen und gibt den Armen und hat viele Kämpfe zu bestehen. Es spielen nur Männer auf der Bühne, die auch die hohen Tonlagen singen, es ist schon erstaunlich. Nach so viel Kunst und Kultur genehmige ich mir 3 Bier in der Hotelbar für umgerechnet 8,90 €. Am nächsten Morgen fahren wir zur chinesischen Mauer nach Badaling.
75 km - eine Stunde Fahrt. Schon im Tal sehen wir da und dort ein Stück der berühmten Mauer. In Badaling angekommen, empfing uns ein scharfer eisiger Wind. Wir standen hier immerhin auf einer Höhe von ca. 800 m. Jetzt machte ich notgedrungen meinen ersten Einkauf einer preiswerten Wollmütze, um die Ohren auch zu schützen. Die Mauer ist 7,8 m hoch 6,5 m breit und dem
Gelände angepasst. Auf Treppen, steilen Rampen durch Tore und Gänge quälte ich mich die Mauer bis zum Gipfel hoch. Bei jeder Öffnung der Mauer duckte ich mich um nicht umgeblasen zu werden. Aber es war ein freudiges erhabenes Gefühl auf der Mauer zu sein. Hier geht die Mauer in drei Abschnitte links und rechts sowie quer durchs Tal auf die Bergrücken hinauf bis zum Horizont. Unglaublich unter welchen menschlichen Anstrengungen diese Mauer errichtet wurde. Für diese dabei gefallenen Männer findet man kein Denkmal. 6000 km soll die Mauer lang sein, aber das man sie aus dem Weltall sehen kann bezweifle ich, denn dann müsste auch jede Autobahn erkannt werden und davon hat noch kein Astronaut berichtet. Da jeder einzeln ging, trafen wir uns nach einer bestimmten Zeit in Hotel Cafe Badaling. Ein grosser Laden mit Allem was es an Andenken gibt. Von Jade, Perlen, Kleidern, Möbel, aber das Café bestand aus 2 Küchentischen einige Stühle einem Kühlschrank Tee und Kaffeekocher. Zur Ehrenrettung muss ich sagen, der Cappuccino schmeckte sehr gut und der Preis 2,80 €, na ja.
Auf der Rückfahrt machen wir im Tal bei einem Tempel, den ein General gestiftet hat, Fotostop. Danach fahren wir zum Mittagessen in ein grosses Restaurant. Am Eingang können wir schon die Werkstätte zur Herstellung von Cloisonne, kupferemaillierte Vasen und Teller, anschauen. Wirklich alles Handarbeit. Vom zusammenlöten der Kupferteile die eine Vase werden. Danach das filigrane Aufsetzen von kleinsten Formen von Blütenblättern und Ornamente über die gesamte Fläche. Das Ausfüllen der Formen mit Emailiefarbe. Das brennen im Ofen und das mühselige mit der Maschine im Wasserstrahl polieren der Vase wird auch gezeigt. Schon in der Yuan- und Ming- Dynastie wurden die Vasen so nur für den Kaiser hergestellt. Mittagessen auf die schnelle, wie das mit Stäbchen halt so schnell geht, denn ich wollte mehr sehen und erfahren. Da fast Alle beim Essen sassen konnte ich in Ruhe den Handwerkern zuschauen und feststellen wie sorgfältig und fingerfertig die Mädels und ein Junge waren. Herrliche Motive Drachen , Blumen, Vögel in den schönsten Farben. Das anschliessende Geschäft war sehr gross und das Angebot noch grösser. Nach langem Suchen fanden wir die Vase der Glückseligkeit, passend in Farbe Motiv und Grösse. Hier gleich einen Tipp, packe nie den Koffer zu voll, denn den Platz braucht man für Andenken. Sollte einmal etwas fehlen, im Land gibt es alles zu Kaufen und mit etwas Handel auch günstig. Ich machte meinen zweiten Einkauf, eine mittelgrosse Vase und sechs Serviettenringe. Anschliessend fuhren wir zur Besichtigung eines Ming Grabes . Dieses Tal war der Friedhof der Kaiser und hoher Beamten. Das Grab war an und für sich ein Park mit einem Tempel, einer grossen Halle und Nebengebäude. Brunnen und Opferaltar zum Geldverbrennen. Grosszügig und schön angelegt. Danach fuhren wir zur heiligen Strasse, eine Stelenstrasse mit vielen Wächtern am Rand. Diese Steinfiguren sollen den Weg zum Grab schützen. Da sie aber rund um die Uhr Dienst machen, bildete man immer zwei Tiere ab, ein Schlafendes und ein wachendes, damit sie sich dann in der Nacht ablösen konnten. Die Figuren stellten Elefanten , Löwen, Kamele und Generäle dar.
 In einer Halle am Anfang der Strasse stand dann die grosse Steinstele mit beschriebenen Seiten aus der Geschichte des Kaisers der einige Kilometer weiter beigesetzt war. Am Abend machten wir uns auf, um einmal in Peking die berühmte Pekingente zu verspeisen. Wir waren 4 Leute in gemütlicher Runde und voller Erwartung was jetzt kommt. Wie schon gewohnt, wurden wir in einen Extraraum geführt, nicht um uns zu schützen, nein es ist so Brauch, dass angemeldete Gesellschaften einen eigenen Speiseraum bekommen. Runder Tisch mit Drehteller, nichts neues, ein paar kleinere Häppchen auf verschiedene Teller. Bier und Tee bestellt. Leckereien aufgegessen und dann kam der Koch mit einem Servierwagen auf dem unsere goldgelbe Ente wie im Leichenschauhaus lag. Mit Plastikhandschuhen und Mundschutz wurde die Ente dann tranchiert. Es blieb nicht viel übrig als die Ente dann endlich auf dem Tisch kam. Nun wurde es spannend, denn wir bekamen erst mal gezeigt wie diese Ente richtig verspeist wird, eine hübsche Bedienung zeigte uns wie das Entenfleisch zum verspeisen vorbereitet wird. Das geht folgendermassen: man nehme einen frühstückstellergroßen dünnen Pfannkuchen mit den Stäbchen vom Teller auf dem Drehtisch breitet den Pfannkuchen auf seinem Teller aus legt ein paar Entenfleischstückchen drauf etwas Sojasprossen eventuell auch ein Spritzer Sojasosse, dann klappt man diese Flinse links und rechts und unter hoch, sodass eine Tasche entsteht, nimmt das Ganze in die Hand und isst es auf. Das wiederholt man solange bis man satt ist. Nach diesem Essen hatte ich das Einzigemal ein Schweregefühl, dass sonnst auf der ganzen Reise nicht auftrat. Eine Erfahrung reicher brachte uns Felix durch das Verkehrsgewühl zum Hotel zurück.
Am Morgen des kommenden Tages machten wir uns mit Felix auf den Weg zum Lama Tempel. Im Aussenbereich eine ganz andere Umgebung, sehr viele Läden mit Nützlichem und Unnützen Tempelgegenständen. Vom Räucherstäbchen bis zum grossen Porzellanbuddha ist alles zu haben. Es herrscht ein grosser Andrang im Eingangsbereich, der durch ein schönes bemaltes Holztor beeindruckt. Wir betreten die Tempelanlage und ich bin erstaunt wie viele junge Menschen hier versammelt sind. Felix klärte uns auf, dass heute das Mondfest gefeiert wird und dass ein besonderer Tag für Gebete ist. Eine seltsame Atmosphäre erfüllt die Anlage. Vor den Tempeln viele Betende mit Räucherstäbchen und in der Haupthalle feiern die Mönche mit Trommel, Horn und Gebete. Die ganze Gegend war vernebelt und es roch nach Weihrauch und Lavendel. Wir hatten genügend Zeit die ganze Tempelanlage anzuschauen. Es gab für jede Gelegenheit einen eigenen Buddha und viele kleine Altäre um seine Sorgen loszuwerden. Der bekannte Konfuziustempel stand noch auf dem Programm, aber der wurde auch renoviert doch der Einblick in die Seitenstrasse war auch interessant. Zugeparkt von Autos. Vom Parkplatz wurden wir mit einem Elektrotouristenzug vor dem Park abgeholt und zu einer grossen Halle zum Mittagessen gebracht. Nach dem Essen waren wir froh ein paar Schritte bis zum Bus zu gehen. Wir fuhren zur Altstadt- Hutong. Eine Ritschkafahrt schloss sich an. Viele Männer dösten so vor sich hin und warteten eine Fuhre machen zu können. Sie sind alle organisiert und haben auch gewisse Spielregeln, aber wie es in China üblich ist, möchte doch jeder der Erste sein. Wir fuhren über eine Brücke in die Fussgängerzone die voller Geschäfte aller Art war, eine Drosselgasse a la Peking. Danach fuhren wir mit der Ritschka zum renovierten Altstadtviertel weiter. Ein Bereich der im Alten Stil neu gestaltet wurde. Wir durften auch bei einer Familie in das Haus und den Hof reinschauen. Hier lebt noch eine Grossfamilie zusammen Grosseltern, Tanten, Kind und Kind. Die Einkindfamilie ist Gegebenheiten ausgesetzt, die ein besonderes Beziehungsgeflecht bringen, denn diese Kinder haben keinen Bruder oder Schwester, dafür aber Grosseltern die zu Viert das Kind umhätscheln. Onkel und Tanten gibt es nicht mehr. Eigenwillige exzentrische Ichmenschen sind die Folge. In diese Familie durften wir auch nur reinschauen da beim Rundgangsende ein Geschäft mit sehr guten Scherenschnittbildern auf Umsatz wartete. Unser Transportmittel brachte uns an einem See vorbei zum Bus zurück. Dieser fuhr uns zur Geschäftsstrasse Wangfujing. Dort sahen wir uns die grossen Kaufhäuser an und kauften eine 1GB Digital Memory Card, da meine mitgebrachte verschwunden blieb . Die Preise bei Fotosachen sind nicht billiger als in Deutschland. Wir fuhren mit dem Taxi ins Hotel zurück 25 km 35 min. 25Yuan mit Trinkgeld 3 € da kann man nicht meckern. Am Abend sahen wir eine klasse Kung-Fu Show. Ein Junge wird Kung-Fu- Mönch und arbeitet sich durch viele Prüfungen zur Spitze hoch. Als der Meister starb wurde er sein Nachfolger . Wie dann seine Zeit zum Abtreten von dieser Erdenbühne nahte, bestimmte er wieder einen Jungen zu seinem Nachfolger. Eine starke Leistung an Atmosphäre, Tanz, Akrobatik. Sehr sehenswert. Nach soviel Gesehenem war ein Absacker in der Hotelbar unumgänglich. Endlich mal länger schlafen, dann Kofferpacken, Frühstücken und die Ansichtskarten aus Peking schreiben. Zum Mittagessen brachte uns Felix in ein Restaurant und da noch Zeit bis zum Abflug nach Xi`an war besuchten wir noch ein Teehaus am Messegelände. Felix ( Niwei) von der Chinareise: www.kaisertour.cn begleitete uns bis zum Einchecken, dann waren wir den Sicherheitskontrollen ausgeliefert. Kein Alkohol durfte an Bord, sogar die Wasserflasche musste zum beschnüffeln aufgemacht werden. Von unserer Reisegruppe mussten Betroffene ihre Bierdosen an der Kontrolle austrinken, wo ist da die Logik. Eine Stunde Flug und wir hatten Xi`an erreicht. Xie unsere neue Reiseleiterin holte uns ab und brachte uns ins Tang Cheng Hotel in der Weststadt von Xi`an. Diese Stadt hat 7 Mill. Einwohner, ist Universitätsstadt, lebt von Industrie-, Maschinen- und Computerbau. Die Altstadt ist von einer 14 km langen Stadtmauer umschlossen. Um 400 n. Chr. war dies die grösste Stadt auf der Erde. Sie war Kaiserstadt in der Tan- und Han- Dynastie. Am nächsten Morgen fahren wir zum Qin Shi Huangs Mausoleum und den dazugehörenden Terrakottakriegern. Das Mausoleum befindet sich etwa 40 km von Xi`an in der Provinz Shaanxi. Mit 12 Jahren kam Qin Shi Huang auf den Königsthron des Staates Qin. Ein Jahr später ordnete er den Bau des Mausoleums an. 221 v. Chr. wurden von Qin Shi Huang 6 umliegende Staaten annektiert und China vereinigt. Gründung der Qin- Dynastie 221- 207 v. Chr. Der erste selbsternannte Kaiser der Qin –Dynastie war Qin Shi Huang Di. Mit mehr als 700 000 Sklaven wurde 40 Jahre an dem Mausoleum gearbeitet. Das Umfeld des Mausoleums ist im laufe der 1000 den von Jahren in Vergessenheit geraten, bis 1974 einige Bauern beim Ausschachten eines Brunnens ungefähr eineinhalb Kilometer östlich des Mausoleums auf die lebensgrosse Tonfiguren stiess. Archäologen begannen mit Ausgrabungen und Untersuchungen. Es war eine Sensation, auf einer Fläche von etwa 20 000 Quadratmetern, in drei Gruben stand eine ganze Armee aus Ton, ungefähr 8000 lebensgrosse Tonsoldaten und etliche Pferde, mehr als
100 hölzerne Streitwagen und mehr als 40 000 Bronzewaffen. Zum Schutz der Gruben wurden Hallen darüber errichtet, denn die Ausgrabungen werden noch Jahre dauern. Sehr gut zu erkennen wie die Gruben und Figuren nach Freilegung aussehen. Tausende von Tonscherben müssen wieder zusammengefügt werden um die Armee auferstehen zu lassen. Einige Hundert
 Soldaten stehen schon wieder in Formation, so dass man sich ein Bild des ursprünglichen Aussehens machen kann. Die Freilegung der Tonkrieger ist eine touristische Attraktion bietet für die Umgebung eine gute Einnahmequelle. Anschliessend fahren wir in ein ehemaliges Konfuzius- Kloster in dem eine grosse Anzahl Stelen zu besichtigen sind. Hier steht auch eine grosse Steinwand in der die Sittenlehre des Konfuzius eingemeisselt wurde. Dies geschah nach seinem Tode um 551 v. Chr. durch seine Schüler. Da Xi`an sehr bekannt für seine Nudeln und Teigtaschen ist, probierten wir diese am Abend. Die Teigtaschen werden dem Inhalt entsprechend geformt, z.B. Entenfleisch ist Entenform usw. Die Taschen werden in Bambuskörben im Dampf gegart und dampfend serviert. Eine Vielfalt von Variationen wurde uns dargeboten, einige schmeckten gut andere weniger. Terrakottaschnaps gab es zum besseren verdauen dazu. Am folgenden Tag Besichtigung der Wildenten Pagode. In einem grossen Park steht die 7 stockige Pagode, angeschlossen ist ein Kloster in dem noch 40 Mönche leben. Anschliessend fahren wir in die Altstadt ins Moslemviertel und besichtigen die Moschee. Eine Anlage ganz im Stiel eines Lama- Tempels ohne Minarett und Muezzin- Lautsprecher. Eine Oase im Gewühl der Stadt. Am Nachmittag haben wir viel Zeit zur Besichtigung des historischen Museums. Abends feiern wir unser Bergfest an der Hotelbar. Am folgende Morgen machten wir ausserhalb des Programms eine Radtour auf der 14 km langen Mauer. Wenig belebt, radelten wir um die Altstadt und sahen unter uns das quirlige Leben voll mit Autos und Menschen. Der Bahnhofsvorplatz war bevölkert von Reisenden, die auf Koffersitzend die Zugabfahrt abwarteten. Ein Gewimmel gab es an den Markplätzen und Einkaufsstrassen. Wir sahen sehr alte abgewohnte Häuser, schmutzige enge Gassen neben modernen Hochhäusern und Reihenhäusern mit breiten Strassen. Nach dem Mittagessen , wieder einmal Abschied nehmen von Xi`an und unserer Reiseführerin Xie. Der etwas turbulente Flug nach Gullin dauerte 2 Stunden. In Gullin Empfang durch einen örtlichen Reiseleiter. Bunt beleuchtete Kunstpalmen am Flughafenparkplatz. Nach 40 Min. Fahrt erwartet uns Gullin im strahlenden Lichterglanz. Im See die Sonnen- und Mond- Pagode in Gold und Silber getaucht Die grossen Karstberge bis zum Gipfel angestrahlt, illuminierte Ausflugsboote fahren auf dem See, Kanälen und Li- Fluss ihre Runden. Das Park- Hotel am See ist mit roten Leuchtgirlanden eingerahmt und spiegelt sich prächtig im Wasser wieder. Beim Eintreten erschraken wir , denn schreiende Kinder lärmende Erwachsene, Rauch und stickige Luft empfingen uns. Wie sich bald herausstellte, eine grosse Hochzeit wurde ausgelassen gefeiert. Wir bezogen unser Zimmer und machten uns auf, zur Entdeckung der Hotelumgebung. Eine schöne Landschaft, eine geschwungene Brücke übers Wasser, ein angestrahlter Wasserfall, bunt beleuchtete Bäume und Sträucher im ganzen Park der in einem Tal zur Stadt führte. Eine Operetten- Kulisse gleich wanderten wir auf schmalem Weg immer am Wasser entlang. An einem kleinen Platz sassen einige alte Leute und sangen zu der Melodie eines Seiteninstruments. Romantik pur. Eine Pagode mit einer Tempelanlage lag am Wasser die auch schön beleuchtet war. Wie wir um 22 Uhr ins Hotel zurückkehrten, war der Hochzeitsspuck verflogen, eifrige Hände hatten die ganze Halle und den Frühstücksraum schon auf geräumt. Wir gingen in die Moonshine-Bar und genossen bei einem St. Miguel aus der Dose den Seeblick und die Seebeleuchtung. Am Morgen fuhren wir mit kleinem Handgepäck zum Zhujiang Pier am Lijiang- Fluss. Wir waren sozusagen 2ter Klasse im Unterdeck
untergebracht, da Koreaner oder waren es Japaner des Oberdeck belegt hatten. Doch wir gingen gleich ganz nach oben, denn das Wetter war gut und die Landschaft Einmalig. Eine 4 Stundenfahrt brachte uns die Karstlandschaft und das Leben am Fluss näher. Geschickte Händler auf Bambusflössen landeten immer mal wieder schwungvoll an der Schiffsseite um Muscheln Figuren und Schnitzereien an die Leute zu verkaufen. Das Mittagessen war ungemütlich, da die ganzen Gäste neben unseren Tischen Schlange standen und wir nicht gemütlich essen konnten. An Deck war es schön ruhig und wir genossen die vorbeiziehenden Bergkegel. In Yangshou erwartete uns ein geschäftiges Markttreiben. Es war Sonntag und viele Einheimische hatten sich diesen Ort zum Ausflug gewählt. Unser Quartier das Paradis Hotel liegt Central in einem kleinen Park .in ruhiger Lage. Wir machten einen Bummel durch die Seitenstrassen und stiessen auf den einheimischen Markt. Fisch, Fleisch Hühner, Frösche, Obst, Gemüse waren im Angebot. Eine Frau mit Nähmaschine machte an der Strasse kleine Änderungen und der Schuster sass auch am Strassenrand mit Nadel und Faden. Wir finden eine Bar, dort trinken wir ein Bier aus der 0,63 l Flasche für umgerechnet 0,7 €. Wir ruhten dann ein bisschen im Hotel, um am Abend gezielt unsere Einkäufe zu erledigen. Wir kauften 5 durchwirkte Schals für 10 € in Deutschland kostet einer davon schon 30 €. So hat sich dieser Kauf natürlich nach langem Verhandeln gelohnt. Die Stadt geht so um 22 Uhr schlafen. Läden und Lichter aus, nur die Bars haben ihre schrillbunte Beleuchtung an. Am nächsten Morgen nieselte es, doch das hielt uns nicht auf nochmals zum Markt zu gehen um einige Fotos zu machen. In der Touristenmeile wachte man gerade auf, dort war es angenehm ruhig. Um 10 Uhr wurden wir am Hotel abgeholt und fuhren die 40 km nach Gullin zurück. Es regnet stärker. Wir schauten uns den Elefantenrüsselberg am Li Fluss an. Nach dem Mittagessen sehen wir uns noch eine gehauene Höhle und ersteigen einen Aussichtsberg mit 300 Stufen. Die Sicht ist dunstig und somit sind wir schnell wieder unten. Wir wurden zur Besichtigung der Schilfrohrhöhle gefahren. Nach dem Eingang führte man uns in ein neu eröffnetes Shoppingcenter. Dort durften wir erst mal Platz nehmen, da die Höhle gerade überfüllt sei. Von wegen, man hoffte auf Käufer, aber bei diesen Preisen kauft man nichts. Endlich durften wir den 40 Min. Fußweg durch die Höhle antreten. Eine grosse schön beleuchtete Tropfsteinhöhle sehen wir, eine grosse Halle mit einem kleinen See viele Säulen und Formen aus Kalkstein. Am Abend ein neues Erlebnis der kulinarischen Art. Unsere Reisebegleiter möchten einmal Schlange probieren. Wir schliessen uns an, da es in dem Restaurant auch Fisch gibt. Im Eingang des Lokals befinden sich Käfige mit Schlangen und Behälter mit Fische, Schnecken und Muscheln in vielfältiger Zahl. Die Schlange übrigens eine giftige wurde ausgewählt und direkt vor unseren Augen der Kopf abgeschnitten. Der Schlange wurde noch einiges Innenleben entnommen und dann suchten wir uns unseren zu verspeisenden Zimtfisch aus. Denen erging es wie der Schlange, aber das sahen wir nicht mehr, da wir schon auf dem Weg zum Speisezimmer waren. Bei Bier gebratenem Reis, Schlange und Fisch liessen wir es uns gut gehen. Die Schlange schmeckt nach Bekundung etwa wie Hühnerfleisch. Vom Reiseleiter werden wir darauf aufmerksam gemacht, dass die Gewichtskontrollen des Koffers in Gullin besonders streng ist. Das heisst umpacken in das Handgepäck, dass nicht gewogen wird ist doch Logisch. Der Morgen fängt mit starkem Regen an, aber wir fliegen ja nach Shanghai und nach 2 Stunden Flug sieht die Welt ganz anders aus. In Shanghai Hongqiao gelandet, werden wir von Bernd unserem neuen Reiseleiter in Empfang genommen. Unterwegs gab er uns die wichtigsten Daten der Stadt durch. Als erstes gilt hier der Spruch: Ohne Moos nix los. Diese Stadt ist mal gerade 100 Jahre jung und hat bereits 17 Millionen Einwohner 4000 Hochhäuser über das 18. Stockwerk. Die Fläche Shanghais beträgt 6300 qkm. Das höchste Haus ist der Jin Mao Tower mit einer Höhe von 420,6 m und 88 Stockwerken. Das höchste Bauwerk ist zur Zeit der Orientel Pearl Tower mit 467 m. Das Shanghai World Financel Center wird mit 494 m 2007 das höchste Gebäude in Shanghai werden. Wir kommen zur „The Bund“ Uferpromenade
 am Huangpu. Der Ausblick nach Pudong und diesen hohen Gebäude lässt Staunen. Auf dieser Seite stehen zum Vergleich die grossen Gebäude aus den Jahren 1916 – 34. die jetzt noch prunkvoll aber klein erscheinen. Wir fahren ins Rainbow Hotel 10,8 km vom Bund entfernt. Nach einer längeren Pause geht es weiter zum Abendessen ins Garden-Restaurant. Unangenehm war es schon als wir 12 Leute eng an einem Rundtisch sassen an dem sonst 6 Personen sitzen. Weiter fiel mir auf dass unser Tisch mit Papierservietten zweitklassig eingedeckt war. Die anderen Tische hatten alle Stoffservietten und andere Dekorationen. Den gebratenen Reis hat man so rationiert das beim 6ten Mann nichts mehr da war. Auch die anderen Portionen waren viel zu wenig. Eine Reisnachbestellung hatte den Erfolg dass nur gekochter Reis nachgereicht wurde, der mit dem Esslöffel abgezählt aussah. Es war nicht berauschend. Wir wurden ins Hotel zurückgebracht und jetzt gestalteten wir unser eigenes Abendprogramm. Mit dem Taxi zum Peace Hotel. Da fuhren wir in die 30ste Etage und gingen noch ein paar Stufen auf die Dachterrasse. Unter uns lag der Bund und Pudong so wie der Fluss im vollem Lichterglanz. Für eine Weile liessen wir dieses Panorama auf uns einwirken. Dann fuhren wir wieder ins Erdgeschoss um die berühmte Old Jazz Bar aufzusuchen. Hier spielte wohl die älteste Jazzband von ganz China, ich wage das Alter der Herren- Musiker nicht zu schätzen. Doch die Musik war gut und das Bier auch, so verging die Zeit wie in Flug. Mit dem Taxi für 2,5 € zum Hotel zurück. Der Jade Buddha und der liegende Buddha waren heute unser erstes Ziel. Der Jadebuddha Sakyamuni sass im ersten Stock eines Tempelbereichs. Aus einem Jadestein gearbeitet, mir Schmuck behängt, sahen wir ein wirkliches Kunstwerk. Im nächsten Tempel dann der liegende Buddha. Von seiner Erscheinung war ich enttäuscht. Da lag auf einem Podest ein kleiner Buddha recht fraulich grinsend und porzellanglänzend aber aus Jade. Eine kleine Gebetsbank und ein paar Blumen davor. Das Stärkste waren aber die Verkaufstresen mit Perlen und Goldschmuck direkt daneben. Von Pietät hat man hier wohl noch nichts gehört und das soll eine heilige Stätte sein. Im Parterre gibt es auch einen grossen Laden der hätte voll und ganz ausgereicht. Wir verlassen den Tempelbezirk und fahren zur Altstadt. Ein Geschäftsviertel in nachgebauten Ming- Gebäuden erwartet uns. Was hier alt war, waren
 ein paar Touristen . Der anschliessende Yuyuan Garten war dafür wirklich interrasant. Viele Pavillons, Hallen Höfe und Teiche geben dem Garten ein vielfältiges Aussehen von besonderem Reiz. Doch nach einer Weile der Besinnlichkeit, schreiten wir wieder in die Hektik der „ Altstadt“. Gehen über die zickzack Brücke am Teehaus vorbei zur Umschau. Schlimmer wie auf einem Basar, das „Hallo, Hallo you have a look“ klingt mir noch in den Ohren. Einfach lästig diese Anmache. Wir verziehen uns ins Starbuck Coffee und geniessen den Kaffee den Kuchen und die Ruhe. Anschliessend Schnupperrundgang auf der bekannten Nanjing Road eine ca. 4 km lange Fußgängerzone. Grosse Geschäftshäuser viele Gaststätten und Hotels. Eine breite Strasse mit vielen Menschen. Zum Umziehen ins Hotel gefahren und weiter ging es zur Akrobatik Show. Eine sehr gute Vorstellung. Eine Ansagerin erklärte die einzelnen Nummern auf englisch, aber das brauchte man gar nicht, denn das Auge war hier wichtig. Balancieren, jongliere, Tempo und Sprungkraft waren hier hervorragend.
Eine Motorradnummer drei Motorrädern hetzten in einer Stahlkugel kreisend hintereinander oder auch übereinander her. Konzentration und Mut war da bei den jungen Akteuren ein muss. 2,5 Stunden waren zu schnell vorbei und wir waren mit dem Gesehenen sehr zufrieden. In der Hotelbar im 30ten Stock genehmigten wir uns noch ein kleines Bier für 5 € das Fläschchen. Heute ist Suzoug geplant. Mit dem Zug fahren wir vom Hauptbahnhof nach Suzhou am frühen Morgen ab. Die Landschaft die an uns vorbeizieht ist nichtssagend flach, Häuser in guten wie im schäbigen Zustand sind zu sehen. Je näher wir der Stadt kommen um so mehr Wassergräben und Kanäle erscheinen vorm Fenster. Eine Erscheinung machte doch sehr betroffen, denn ein kleines Dorf an einem Kanal wirkte, als ersticke es im Müll. Der Müll ist ja auch in ganz China ein grosses Problem, gehen doch alle Abwässer ungeklärt in die Flüsse. Bei allem Respekt des wirtschaftlichen Aufschwungs, dass ist eine Schande und wird diesem Aufschwung nicht gerecht. Nur Geld verdienen und zu wenig für die Umwelt investieren wird bald Menschenleben kosten. Wir kommen in Suzhou an und werden durch eine Fremdenführerin in Empfang genommen. Der Bahnhof ist voller Menschen, denn am Wochenende sind die Tage des Totengedenkens und da viele Menschen aus Shanghai hier begraben sind, ist der Andrang gross. In Shanghai kann man sich nicht beerdigen lassen, sondern nur verbrennen, da es keinen regulären Friedhof gibt. Doch nun zur Kulturstadt Suzhou.
Diese Stadt hat eine Geschichte von mehr als 2500 Jahren. Berühmt sind die Gärten von Suzhou von denen es bis 1911 über 200 gab. Heute sind noch zehn Gärten gut erhalten, von denen wir den Lingering Garten und den Wangshi Garten ( Meister der Netze Garten ) besuchten. Diese Kleinode zu beschreiben ist in einigen Sätzen nicht möglich. Nur eins ist zu bemerken die Harmonie, dass Zusammenspiel von Natur und Wohnen, passt zueinander. Nach den Gartenbesichtigungen fahren wir zur Pagode. Unterwegs sehen wir
auch die schiefe Pagode von Suzhou. Die grosse Pagode steht in einem buddhistischen Tempelbezirk der auch wieder von Mönche bewohnt wird. Die Glaubensfreiheit und die Lehre Buddhas sind in China gestattet aber ein einmischen in politische Angelegenheiten ist den Priestern stickst untersagt. Nach der Pagode ( die auch renoviert wird ) fahren wir zu den Suzhou Kaitian Silk Co. Ltd. Hier konnten wir alles über Seidenraupen und Seidenfabrikation erfahren und zusehen wie ein Seidenfaden aus den Kokons gesponnen wird. Interessant war auch die Herstellung von Bettdecken, denn ein Kokon wurde von vier Frauen soweit gedehnt das eine Seidenlage von einer Bettgrösse entsteht. Viele Lagen ergaben eine Decke, die im Baumwollbezug eingenäht wurden. Alles Natur, keine Chemie, atmungsaktiv, leicht und warm und die Preise erschwinglich. Diese Decken werden auch in über 100 Länder verschickt, habe aber in Deutschland noch keine entdeckt. Ein grosser Laden mit allerlei Textilien aus Seide schliesst sich an. Die Bilder in Seidenstickerei gefielen mir besonders gut. Nach dem Schnäppchenkauf machten wir auf eigenen Wunsch noch eine Bootsfahrt auf einem Kanal durch die Altstadt. Obwohl Suzhou Venedig von China heisst, ist ein Vergleich nicht angebracht. Der Ort ist anders: älter, kleiner, enger. Keine Prachtbauten zieren den Kanal, sondern Wohnhäuser mit Plumpsklo zum Wasser. Wir gehen auch durch die Marktstrasse und eine alte Brücke über die vielleicht schon ein Marco Polo ging. Die Zeit scheint im 18ten Jhdr. stehen geblieben zu sein, nur das knattern von durchfahrenden Motorrädern stört. Mit dem Boot schippern zum Bus zurück. Wir werden zum Bahnhof gebracht und dürfen in einer Wartehalle mit Bänken auf den Zug warte, der uns nach Shanghai bringt. Den späten Abend verbringen wir im Hotel bei Müsliriegel, Tee und Hochstrasse, Wolkenkratzer gucken. Der letzte Tag in Shanghai stand zur freien Verfügung, so dass wir ausschlafen konnten. Am Mittag unternahmen wir einen Erkundungsgang in der Hotelgegend. Selbst hier 10 km vom Zentrum ist Leben wie in der Mitte, kein Unterschied und ich glaube 10 km weiter ist es immer noch so. Die Strassen sind breit und sauber, Hochhäuserviertel neben Wohnviertel. Etwas Grünanlagen dazwischen die aber bestimmt nicht vor dem Smok schützen. Um diese Jahreszeit März ist die Temperatur angenehm, aber im Sommer bei Hitze und stickiger Luft würde ich hier keinen Aufenthalt empfehlen. Den Kaffee geniessen wir im Wintergarten des Rainbow Hotels mit Blick auf einen mini chinesischen Garten. Danach starten wir mit dem Taxi mal wieder zum Bund. Wir kaufen Karten für eine Flusstour. Von der Anlegestelle fuhren wir erst einmal im Kleinbus ca. 300 m, dann Umsteigen in einen grossen Bus, ich dachte schon eine Busstadtrundfahrt gekauft zu haben als der Bus dann doch an einem bewachten Hafengelände anhielt und wir auf ein schönes Ausflugsschiff in den Empfangssaal geführt wurden . Hier konnte man natürlich erst einmal etwas bestellen, dann gingen wir an Deck. Beim Bier liessen wir die ganzen Bauwerke von Anfang 1900 und Ende 2005 passieren. Eine Entwicklung die seinesgleichen sucht. Das Schiff fuhr bis zur grössten Hängebrücke die Nangpu Brücke und dann wieder in die Stadt zurück am Universal Finanzel Center`s Building, dem Pudong Shanghai_ La Hotel, Jin Mao Building, Oriental Pearl TV Tower sowie am Shanghai International Convention Center. Auf der anderen Seite ausser Anderem, das Bunt Center , das ehemalige Zentralgebäude des chinesischen Seezoll mit dem vor Jahren höchsten Turn der Stadt mit 33m und das Paece Hotel. Nach der Tour wurden wir aus den Hafengebiet geführt und mit dem Bus zum Bund zurück gebracht. Wir gingen in die Nanjing Road und liessen das pulsierende Leben auf uns wirken. Heute gingen wir weiter bis zum Peopel Squer, hier steht auch das Theater und das Museum. Da wir Hunger hatten gingen wir zurück und ins New World Einkaufscenter. Dort im 12 Stockwerk befindet sich ein großes Restaurant. Mit den Stäbchen vertraut, bestellen wir unsere Lieblingsspeise: Hühnerfleisch süß/sauer in Gemüse und gebratenen Reis, dazu tranken wir grünen Tee. Der Vorteil in diesem Lokal war, dass alle Angebote als Muster auf einem langen Tisch standen und die Empfangsdame gut englisch sprach. Dieses Restaurant hatte noch eine Attraktion zu bieten, denn junge Kellner brachten die Speisen auf Inlieneskater an den Tisch. Wir beobachteten sie, während wir mit gutem Appetit assen, wie geschickt sie die langen Gänge mit Tempo überwanden. Von der Küche bis zu den Separées waren es gut 150 m. Bei dem Tempo wurde kein Essen kalt. Nach dem Essen bummelten wir zum Paece Hotel und bestaunten unterwegs die vielen Leuchtreklamen. Im Sommer reicht die elektrische Energie nicht aus, da Millionen von Klimageräte laufen und der Strom nicht für Beleuchtung verschwendet werden kann. Wir liessen den Abend in der „Old Jazz Bar“ langsam ausklingen. Am Morgen heisst es Abschied nehmen von der Weltstadt. Wir werden mit dem Bus zur Transrapid Station gebracht. Die Yong Road Station ein moderner sauberer Bahnhof mit zwei Gleisen. Der Zug steht schon bereit und wir steigen ein. Der Innenraum ist etwas geräumiger wie in herkömmlichen Wagen nur am anfahren und beschleunigen merkt man einen grossen Unterschied. Der Zug ist schnell auf 431 km/ h und kaum ist die Geschwindigkeit erreicht wird sie auch schon gedrosselt den in einer Fahrzeit von 8 Minuten sind die 31 km am Pudong International Airport zurückgelegt. Eine viel zu kurze Strecke für so einen Zug, den die Chinesen mit viel Know-how und Geld aus Deutschland bauen liessen. Jetzt bauen sich die Chinesen mit wenig Zukauf von Anlagenteilen ihren Transrapid von Shanghai nach Hangzhou selbst. Hier blüht der Fortschritt auf und in Deutschland geht er an Geldmangel unter. Daher rate ich den Besserwissern zu einer Reise nach China um zu sehen wo Deutschland im Globalen - System steht. Ich fliege zurück und nun beginnt das langandauernde Einchecken, Schlange stehen Ausreise- und Zollformular ausfüllen. Endlich durch, kaufe ich mir vom chinesischen Restgeld eine Klassik- CD und zwei Cola. Der Lufthansa Jumbo steht einsteigebereit am Gangway und nun beginnt die Reise in die Vergangenheit. Schon die Sitzabstände in der Maschine ist eine Zumutung auf den ganzen Innland Flügen war es in den chinesischen Maschinen nicht so eng. 11,5 Stunden Flug im Zustand eines Huhns bei Käfighaltung. Aber dennoch gut in Frankfurt angekommen, wenn ich nur nicht 45 Minuten auf meinen Koffer hätte warten müssen, wäre ich ja fast zufrieden gewesen. Fazit: es ist wert über den Tellerrand zu schauen, um zu glauben was man hört. Denn selbst sehen und erleben ist ein guter Lehrmeister. Natürlich ist China zu gross um alles zu sehen, deshalb plane ich für 2011 eine Individualreise zu Land und Leute und ganz wenig Stadt. Meine Reise ging ausser dem Li- Fluß nur durch Städte und da ist natürlich der Puls der Zeit, während auf dem Land die Leute arm sind und deshalb auf Wanderschaft gehen und die Städte immer voller werden. Zur Reise Vorbereitung las ich, Informationen 289 zur politischen Bildung“ Volksrepublik China“ Herausgeberin : Bundeszentrale für politische Bildung/bpb. www.bpb.de sowie das Buch“ Herausforderung China“ von Wolfgang Hirn aus den www.derclub.de
Neumann Hans- Joachim
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